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Marcel Gleffe aus Teterow Nach Utøya-Rettungstaten mehrfach geehrt

Von Redaktion svz.de | 27.09.2011, 06:01 Uhr

Nach seinen Rettungstaten am Rande des Massakers von Utøya häufen sich die Ehrungen für Marcel Gleffe aus Teterow. Während des Amoklaufs hatte der 32-Jährige mit seinem Boot mindestens 20 fliehende Jugendliche gerettet.

Nach seinen Rettungstaten am Rande des Massakers von Utøya häufen sich die Ehrungen für den Deutschen Marcel Gleffe aus Teterow (Landkreis Rostock). Während des Amoklaufs war der 32-Jährige mit seinem Boot zu der Insel in Norwegen gefahren und hatte dort mindestens 20 fliehende Jugendliche aus dem Wasser gerettet. Am Dienstag bekam der Hauptgefreite der Reserve vor dem Reichstag das Ehrenabzeichen in Gold des Reservistenverbandes der Bundeswehr überreicht. Der Medienpreis «Goldene Henne» soll Gleffe am Mittwoch und das Bundesverdienstkreuz I. Klasse am 4. Oktober überreicht werden.

«Die Ehrungen freuen mich, aber ich würde lieber drauf verzichten - wenn es diesen Tag doch bloß nicht gegeben hätte», sagte Gleffe. Zum Zeitpunkt des Utøya-Massakers am 22. Juli mit 69 Todesopfern machte er Urlaub am Tyrifjord, in dem die Insel liegt. Als er die Schüsse hörte, stieg er ins Boot, steuerte die Insel an und zog auf vier Fahrten nacheinander mindestens 20 Jugendliche aus dem kalten Wasser.

Der Amokläufer Anders Behring Breivik habe sein Boot dabei beschossen, sagte Gleffe. Seit dem Massaker sei er krankgeschrieben, die tragischen Geschehnisse ließen ihn nicht los. 2008 war Gleffe von Teterow nach Norwegen gezogen und hat dort seither als Dachdecker gearbeitet.