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Nach Feuerkatastrophe in der Silvesternacht Krefelder Zoo: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

Von dpa | 02.01.2020, 07:35 Uhr

Im Krefelder Zoo starben bei einem Brand mehr als 30 Tiere. Das Ergebnis der Ermittlungen wird für Donnerstag erwartet.

Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus bleibt der Krefelder Zoo am Donnerstag weiter geschlossen. Bei dem Feuer waren in der Nacht zu Neujahr mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Am Neujahrstag untersuchten Kriminalpolizei und Sachverständige den Brandort. Das Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Es entstand ein Millionenschaden.

Zoodirektor über verstorbene Tiere: "Ein unersetzlicher Verlust"

Die Tiere, die ums Leben gekommen sind, seien ein unersetzlicher Verlust, auch für die Erhaltungsprogramme, sagte der Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" online berichtete.

Weiterlesen: Feuer-Drama im Krefelder Zoo: Zündete Himmelslaterne das Affenhaus an?

Wenige Stunden nach der Feuerkatastrophe hatten sich am Mittwoch mögliche Verursacher des Brandes bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler meinen, dass eine in der Nacht zu Neujahr gezündete Himmelslaterne den Brand ausgelöst haben könnte. Diese in Deutschland verbotenen Leuchtkörper waren im nordrhein-westfälischen Krefeld gesichtet worden. "Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen", erklärte die Polizei. Die Überprüfung der Angaben werde aber einige Zeit dauern.

Tierfreunde trauern: "Gestorben für euer Silvestervergnügen"

Das Drama im Zoo schockierte die Tierfreunde: Vor den Toren des traditionsreichen Tierparks legten viele Menschen, oft unter Tränen, Kerzen, Blumen, Briefe und Stofftiere ab. "Gestorben für euer Silvestervergnügen", stand auf einem Karton. Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast.

Der Brand im Krefelder Zoo ist eines der schwersten Zoo-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte: Mehr als 30 Tiere, darunter viele Menschenaffen, starben. Die Tierpfleger hätten eine enge Bindung an diese Affen, ähnlich wie Besitzer zu ihren Haustieren, berichtete Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen. Einer der toten Affen ist der Gorilla Massa. "Ich habe ihn altern sehen", sagte der Direktor über den seit langem in Krefeld lebenden Senior-Affen.

In dem Affenhaus gab es keine Brandanlage

Eine Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht. Das sei nicht vorgeschrieben, erklärte der Zoo. Der Brand habe sich so schnell entwickelt, dass eine solche Anlage auch nicht geholfen hätte, hieß es. Eine Brandschutzversicherung bestehe aber.

Unter den umgekommenen Tieren waren auch kleinere Affenarten sowie Flughunde und Vögel. Zwei Schimpansen überlebten das Feuer mit leichten Verletzungen. In einem angrenzenden Gehege blieb eine junge siebenköpfige Gorillafamilie unversehrt. Die Gorillas hätten danach normal gefressen, berichtete eine Sprecherin des Zoos.

Zoodirektor: Nach Brand steht die Trauerverarbeitung im Vordergrund

Ein Meer aus Kerzen hat in der Nacht zum Donnerstag vor dem Krefelder Zoo an die mehr als 30 verbrannten Tiere erinnert. "Das ist unglaublich", sagte Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen am Donnerstagmorgen im WDR2-Interview. Auch für die Mitarbeiter stehe nun – neben der Pflege der übrigen Tiere – die Trauerverarbeitung im Vordergrund. "Der Schmerz, der da ist, sitzt unglaublich tief." Konkrete Vorstellungen, wie es mit dem niedergebrannten Affenhaus und der Zucht der in der Wildnis teilweise bedrohten Tiere nun weitergehe, gebe es noch nicht, sagte Dreßen. Er stehe aber zur Menschenaffenhaltung im Krefelder Zoo, sagte der Direktor.