Ein Angebot des medienhaus nord

Übersicht Nach Aussetzen einer Zwölfjährigen: Bahn einigt sich mit Mutter

Von dpa | 24.10.2008, 01:16 Uhr

Rostock - Nach dem heftig kritisierten Aussetzen eines zwölfjährigen Mädchens aus einem Regionalzug haben sich die Mutter und die Deutsche Bahn über einen Ausgleich verständigt.

Die Bahn habe sich mit einem Blumenstrauß und einer Fahrkarte für den Vorfall entschuldigt, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Details zum Umfang der Leistung wollte er nicht nennen, sie sei aber umfangreicher als das zunächst versprochene Länderticket im Wert von 25 Euro. „Wir haben uns geeinigt, wie wir das wiedergutmachen können.“ Das Mädchen war am Montag von einer Zugbegleiterin in der Dunkelheit in Parkentin (Kreis Bad Doberan) aus dem Zug gesetzt worden, weil es sein Portemonnaie samt Fahrkarte vergessen hatte. Es war auf dem Weg nach Rostock zum Musikunterricht. Das Kind musste mit seinem schwerem Cello fünf Kilometer nach Hause laufen. Erschwerend kam hinzu, dass die Zubegleiterin auch das Angebot eines Mitreisenden abgelehnt hatte, die Fahrtkosten für das Mädchen zu übernehmen. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Rostock den Fall aufgenommen und die Bundespolizei mit den Ermittlungen beauftragt. Diese sucht nun Zeugen, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Wie der Bahnsprecher weiter sagte, handelt es sich bei dem Vorkommnis um einen extremen Einzelfall. Jeden Tag befördere die Bahn rund sieben Millionen Kunden. „Wir nehmen das sehr, sehr ernst“, sagte er. Die Mitarbeiterin sei vom Dienst suspendiert, arbeitsrechtliche Schritte würden geprüft. dpa mg yymv z2 ubs