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Anzahl an Migranten steigt MV wird bunter: 48400 Ausländer

Von Thomas Volgmann | 25.06.2015, 08:00 Uhr

Noch nie lebten so viele Migranten im Nordosten: Drei Prozent der Bevölkerung

In Mecklenburg-Vorpommern hat der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung erstmals die Drei-Prozent-Marke erreicht – exakt sind es 3,03 Prozent. Wie das Innenministerium mitteilte, lebten Anfang Mai 48  400 Menschen mit ausländischem Pass aus mehr als 150 Staaten im Nordosten. Noch zu Jahresbeginn waren es 45 363 Ausländer, was damals einem Anteil an der Bevölkerung von 2,8 Prozent entsprach.

„Natürlich spiegelt sich hier vor allem die wachsende Zahl an Flüchtlingen wider“, sagte gestern Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gegenüber unserer Redaktion. Das Schweriner Innenministerium erwartet für dieses Jahr 8000 Flüchtlinge. „Es ist aber eine Selbstverständlichkeit, dass wir Menschen, die in ihrer Heimat Krieg und Verfolgung ausgesetzt sind, hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern Schutz geben“, so Sellering.

Die Mehrzahl der Ausländer im Land kommt allerdings nach wie vor aus Europa – knapp 8500 allein aus Polen. Die größte nichteuropäische Gruppe stellen die etwa 2000 Vietnamesen. Viele von ihnen haben bereits zu DDR-Zeiten als Vertragsarbeiter im Nordosten gelebt.

„Doch verglichen mit dem gesamtdeutschen Durchschnitt ist der Ausländeranteil bei uns immer noch sehr gering“, sagte Michael Silkeit, ausländerpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Schweriner Landtag. Nur im Freistaat Thüringen leben gemessen an der Bevölkerung noch weniger Migranten als in Mecklenburg-Vorpommern. Im gesamten Bundesgebiet liegt der Ausländeranteil bei acht Prozent.

Etwa gleichbleibend gegenüber den Vorjahren war 2014 die Zahl der Einbürgerungen. Nach Angaben des Statistischen Amtes bekamen 489 Ausländer einen deutschen Pass, darunter 81 Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren. Die größten Gruppen waren Vietnamesen und Ukrainer mit jeweils 50 Einbürgerungen. Außerdem bekamen 45 Polen und 38 Türken einen deutschen Pass. Voraussetzung für eine Einbürgerung ist in der Regel, dass die Bewerber mindestens acht Jahre in Deutschland leben und einen unbefristeten Aufenthaltstitel haben. Außerdem müssen sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien ohne Sozialhilfe bestreiten.