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Sylvia Bretschneider gestorben MV trauert um seine Präsidentin

Von Redaktion svz.de | 28.04.2019, 16:04 Uhr

Die Landtagspräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns Sylvia Bretschneider (58) verstirbt nach schwerer Krankheit.

Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider ist am Sonntag nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Bretschneider gehörte dem Landtag Mecklenburg-Vorpommern seit dem 15. November 1994 an. Insgesamt viermal wählte das Parlament sie auf Vorschlag der SPD-Fraktion zur Präsidentin. Das Amt übte die Sozialdemokratin seit dem 22. Oktober 2002 mehr als 16 Jahre aus. Damit war sie die zurzeit am längsten amtierende Präsidentin eines deutschen Parlamentes. Wegen ihrer Krebserkrankung hatte sich Bretschneider seit Herbst 2017 zurückgezogen.

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Nach dem Tod von Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) hat Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Trauerbeflaggung angeordnet. Am Montag würden an allen öffentlichen Gebäuden Mecklenburg-Vorpommerns die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

„Mecklenburg-Vorpommern hat eine starke Frau und hervorragende Repräsentantin unseres Landes verloren, der unser demokratisches Gemeinwesen eine Herzensangelegenheit war“, erklären die beiden Vizepräsidentinnen Beate Schlupp und Dr. Mignon Schwenke. „Sylvia Bretschneider hat sich mit aller Kraft für die Verteidigung und Stärkung der mit der politischen Wende 1989 errungenen Werte und Freiheiten eingesetzt. Extremistischen Gegnern der parlamentarischen Demokratie bot sie entschieden die Stirn. Mit unseren Gedanken sind wir in diesen schweren Stunden bei ihrer Familie.“

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Auch Landtagsdirektor Armin Tebben bekundet sein Belideid und sein Respekt:

„Mit Sylvia Bretschneider verliert der Landtag Mecklenburg-Vorpommern eine herausragende Persönlichkeit, die den Landtag mit außerordentlichem Engagement geleitet, gestaltet und geprägt hat.“
Landtagsdirektor Armin Tebben

In besonderer Weise habe sie sich der parlamentarischen Bildungsarbeit verpflichtet gefühlt. „Begegnungen mit jungen Menschen waren ihr immer sehr wichtig. Das Bemühen darum, die Erinnerung an die Geschehnisse während der Zeit des Nationalsozialismus wachzuhalten und gleichzeitig für die parlamentarische Demokratie zu werben, wird mit ihrem Namen verbunden bleiben. Das landesweite Demokratie-Bündnis ‚WIR. Erfolg braucht Vielfalt‘ hat Sylvia Bretschneider im Jahr 2008 initiiert und bis zuletzt durch ihr persönliches Engagement geprägt.“

Sylvia Bretschneider hinterlässt ihren Mann, drei Töchter und drei Enkelkinder. Die Abgeordneten des Landtages Mecklenburg-Vorpommern trauern um eine profilierte Politikerin – um ihre Präsidentin.