Ein Angebot des medienhaus nord

Auch Gewerbeanmeldungen betroffen MV: Geburtsurkunden können ab Sommer online beantragt werden

Von Iris Leithold | 30.04.2019, 15:51 Uhr

Behördengänge am Computer erledigen - davon träumen vor allem Bewohner ländlicher Gebiete. In Mecklenburg-Vorpommern soll das nun Schritt für Schritt Wirklichkeit werden.

Gewerbeanmeldungen und das Beantragen von Geburtsurkunden sollen in Kürze in Mecklenburg-Vorpommern online möglich sein. Die Internetplattform „Serviceportal-MV“ werde noch im ersten Halbjahr an den Start gehen, kündigte Bauminister Christian Pegel (SPD) am Dienstag im Kabinett an. Das geht aus einer anschließend verbreiteten Mitteilung hervor.

Zu den ersten Leistungen, die im Serviceportal angeboten werden, zählen demnach das Ausstellen von Geburts- und Sterbeurkunden sowie Gewerbe- und Versammlungsanmeldungen. Bei Geburtsurkunden soll das nach Worten einer Ministeriumssprecherin so funktionieren: Die Eltern geben ihre und die Daten ihres Kindes am heimischen Computer ein und nehmen eine elektronische Identifizierung vor - den Rest erledigen dann Standesamt und Geburtsklinik. Die Geburtsurkunde könne dann zugeschickt oder persönlich abgeholt werden.

Baubeginn im Landkreis Rostock steht an

„Wir haben mit dem Portal ein Haus gebaut und mit Hilfe erster Partner erste Möbel hineingestellt“, erklärte Pegel. Um das Haus fertig einzurichten, benötige das Ministerium die Zuarbeit von Städten, Gemeinden, Landkreisen, Zweckverbänden und kommunalen Unternehmen, sagte der Minister. Sie müssten ihre Leistungen über das Portal digital und zentral anbieten.

Pegel stellte im Kabinett außerdem eine Zwischenbilanz zur Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern vor. Demnach hat der von Bund und Land mit mehr als 1,3 Milliarden Euro geförderte Breitbandausbau fast flächendeckend begonnen. Schnelles Internet soll in den Regionen - je nach Baubeginn - zwischen Ende 2019 und Ende 2021 verfügbar sein. Der Landkreis Rostock ist der letzte Landkreis, in dem mit dem Bau begonnen wird. Dort soll am Donnerstag der erste Spatenstich für die Verlegung der Glasfaserkabel vollzogen werden.

Unternehmen bei Digitalisierung helfen

„Wir haben vieles angestoßen, es ist aber auch noch viel zu tun“, sagte Pegel. Zumal Digitalisierung niemals ein abgeschlossener Prozess sein werde. Mit Blick auf die weißen Flecken bei der Mobilfunkversorgung verwies er auf das 50-Millionen-Euro-Programm des Landes für eigene Mobilfunkmasten in betroffenen Gemeinden. Außerdem forderte er: „Die Auflagen für die Mobilfunknetzbetreiber müssen auf 100 Prozent erhöht werden, und zwar 100 Prozent der Fläche.“ Dafür setze sich MV auf Bundesebene ein.

Ein Schwerpunkt sei, kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen und Voraussetzungen für eine lebendige Start-up-Szene zu schaffen. Das erste von sechs digitalen Innovationszentren werde dazu im Juni in Stralsund seine Arbeit aufnehmen. Greifswald, Neubrandenburg, Rostock, Wismar und Schwerin sollen bis Jahresende folgen. Neu sei ein Förderprogramm für kleine Firmen, sagte Pegel. Die Unternehmen könnten bis zu 50 000 Euro Zuschuss bekommen, wenn sie von analog auf digital umstellten oder neue, digitale Geschäftsmodelle aufbauen wollten.