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Rückblick MV 2010 - ein Jubiläumsjahr

Von Redaktion svz.de | 31.12.2010, 01:08 Uhr

Silvester, ein Tag, an dem man zurückschaut. 2010 war das Jubiläumsjahr Mecklenburg-Vorpommerns schlechthin. 20 Jahre feierte unser noch junges Bundesland im August.

100 000 Besucher waren dabei. 20 Jahre MV - das ist ein Grund, stolz zu sein, sagte Minis ter präsident Erwin Sellering (SPD) bei der Eröffnung. Viele Firmen, Vereine und Verbände begingen übers Jahr ihre eigenen Jubiläen. Trotz Problemen, trotz Abwanderung, ja trotz - inzwischen deutlich sinkender - Arbeitslosigkeit, die Menschen in unserem Land können darauf stolz sein, dass Mecklenburg-Vorpommern längst nicht mehr als das Armenhaus Deutschlands gilt. Da ist der Tourismus, der auch in diesem Jahr wieder weit über sechs Millionen Gäste ins Land zog. Für Urlauber aus ganz Deutschland ist die Ostseeküste und auch die Seenplatte zu einem festen Ziel in ihrer Jahresplanung geworden. Das ist ein Erfolg der 100 000 Beschäftigten in der Branche, aber auch des Tourismusverbandes des Landes, dem es in zwanzigjähriger Kontinuität gelang, die vielen konkurrierenden Anbieter unter einem Dach zu halten. Das gelingt nicht auf jedem Gebiet. MV ist deutschlandweit Vorbild in seiner Haushaltspolitik. Andere Länder wollen wissen, wie es selbst in Krisenzeiten gelingen kann, ohne neue Kredite auszukommen. Das ist ein Erfolg der SPD/CDU-Koalition. Dessen Grundlagen wurden unter Ex-Finanzministerin Sigrid Keler und Rot-Rot gelegt. Die Kehrseite: Mecklenburg-Vorpommern wird inzwischen zur Kasse gebeten, wenn es um die Schuldenbremse unter den 16 Bundesländern geht. Die beschlossene Kreisreform, die Polizeireform, das neue Hochschul- und das Kitagesetz sind Beispiele dafür, wie die Regierung und die Bürger weiter an dem Ziel arbeiten: Zukunft aus eigener Kraft. Es gibt auch Zweifel und Zweifler, dass dies dem kleinen Land mit den schönen Seen und romantischen Schlössern und Gutshäusern zwischen Hamburg und Berlin gelingt. Die großen Werftnamen im Schiffbau - verschwunden. Von 5000 Schiffbauern bleiben 3000. Die Arbeitslosigkeit bleibt mit einer Quote von 11,7 Prozent nach wie vor zu hoch, und doch sind so wenige Frauen und Männer ohne Job wie seit 20 Jahren nicht mehr. In den Branchen, die die Zukunft des Landes sein sollen - Gesundheit, Biotechnologie und Biowissenschaften, Informationstechnik, Ernährung - fehlen die Flaggschiffe, die bundesweit für Aufsehen sorgen. Viel zu tun für die Menschen dieses Landes. Es wird viel erwartet von den Politikern. Im September 11 sind Neuwahlen in Stadt- und Land. Silvester, ein Abend, an dem man vorausschaut!