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Stralsund Museumsspeicher geschlossen – für immer

Von ingo | 26.02.2014, 20:25 Uhr

Nach dem Stadtarchiv wird in Stralsund der Museumsspeicher mit der Spielzeugausstellung geschlossen. Grund ist der mangelhafte Brandschutz. Das Sammlungsgut soll ins Depot wandern - doch der Bau hat noch nicht einmal begonnen.

Der Museumsspeicher in Stralsund wird nach 30 Jahren geschlossen. Grund für die Schließung seien Brandschutzauflagen, die das Gebäude nicht mehr voll erfüllt, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert war 1984 zum 750-jährigen Stadtjubiläum als Außenstelle des Kulturhistorischen Museums eröffnet worden. Die Schließung erfolgt am 1. März. Das Gebäude soll nach dem Willen der Stadt verkauft werden.

Im Speicher wurden eine volkskundliche Ausstellung sowie eine Spielzeugausstellung und verschiedene Wechselausstellungen gezeigt.

Zudem beherbergt es Büroarbeitsplätze sowie Arbeits- und Magazinräume. Wie eine Prüfung der städtischen Bauaufsicht ergab, gibt es keinen gesetzlichen Bestandsschutz mehr, teilte die Stadt mit. Die Übergangsfrist sei abgelaufen. Um die Anforderungen zu erfüllen, müsste der Speicher aufwendig saniert werden.Mit dem Museumspeicher wird die zweite kulturelle Einrichtung in der Welterbestadt Stralsund geschlossen. Im Oktober 2012 musste das Stadtarchiv wegen der Schimmelbelastung dicht gemacht werden. Den Museumsspeicher will die Stadt räumen, sobald das neue Zentraldepot für die Aufbewahrung der historischen Bestände gebaut ist. In dem Depot sollen neben dem Sammlungsgut aus dem Musuemsspeicher dann auch die historischen und aufwendig gereinigten Bücher aus dem Stadtarchiv gelagert werden.

Für das Depot, dessen Kosten auf knapp vier Millionen Euro geschätzt werden, hat die Stadt die Baugenehmigung erteilt. Doch bislang fehlt eine Fördermittelzusage vom Land. Mit dem Bau wurde deshalb noch nicht begonnen. „Es wird geprüft, ob und in welcher Form eine Unterstützung möglich ist“, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Die Kosten für die Sanierung des schimmelbelasteten Stadtarchivs im Johanniskloster sind nach Angaben der Stadt bislang nicht bezifferbar. Laut einem Gutachten müssten unter anderem die über die Jahrhunderte gewachsenen Klosterhöfe um ein bis zwei Meter abgesenkt werden, damit Feuchtigkeit nicht mehr über Wände in die Räume dringen kann. Unter anderem seien Klimaschleusen erforderlich.

Was mit den Ausstellungen im Museumsspeicher wird, ist unklar. Im Zuge der Neukonzeption der Hauptstelle des Kulturhistorischen Museums im Katharinenkloster soll geprüft werden, inwieweit dort auch Ausstellungsteile aus dem Museumsspeicher integriert werden können, hieß es. Priorität habe aber zunächst die Schaffung eines Präsentationsraums für den Hiddenseer Goldschmuck, sagte eine Museumssprecherin. Nach seiner Reise durch europäische Museen kehrt der Wikingerschmuck 2015 nach Stralsund zurück. Dann soll er unter den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen in der Dauerausstellung präsentiert werden. Bislang war nur eine Kopie zu sehen.