Ein Angebot des medienhaus nord

Neubrandenburg Mordanklage erhoben

Von Winfried Wagner | 16.03.2018, 05:00 Uhr

Ein Rentner soll in Waren eine Anwältin erschossen haben, weil er jahrelang Streit mit ihrer Familie hatte.

Nach dem Mord an einer Anwältin in Waren an der Müritz ist Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben worden. Der 79 Jahre alte Mann sitzt in Untersuchungshaft, wie Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler gestern in Neubrandenburg sagte. „Die Indizien sprechen gegen den Mann“, sagte Zeisler. So seien Spuren des Opfers an der Kleidung des Beschuldigten gefunden worden.

Zudem soll der Rentner heimtückisch gehandelt haben. Der Warener hatte nach Überzeugung der Ermittler die 67 Jahre alte Juristin am 1. Februar, als sie allein in ihrem Anwaltsbüro war, mit drei Schüssen aus einer Pistole getötet und war anschließend geflohen.

Die Polizei hatte den Mann nach Hinweisen aus dem Umfeld des Opfers und von Zeugen noch am gleichen Abend festgenommen. Der mutmaßliche Täter, das Opfer und deren Mann kannten sich über Jahre. Als Motiv für die Bluttat nannte Zeisler langjährige vermögensrechtliche Auseinandersetzungen. Details wollte er nicht nennen.

Der Beschuldigte hatte die Tat bei der Polizei noch bestritten. „Seit seiner Verhaftung hat er keine Angaben mehr dazu gemacht“, sagte Zeisler. Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden.

Aufgrund der Untersuchungen der Patronen sei klar, dass es sich um eine halbautomatische Selbstladepistole gehandelt hat, erläuterte der Sprecher. Der Beschuldigte habe aber keinerlei Waffenschein besessen. Woher er die Pistole hatte, muss noch geklärt werden. „Wir haben bisher keine Hinweise auf Helfer gefunden“, sagte Zeisler.

Der Schütze habe heimtückisch gehandelt, weil die Anwältin arg- und wehrlos in ihrem Büro gearbeitet hat und mit solch einer Gewaltattacke nicht rechnen konnte, wie der Oberstaatsanwalt erläuterte. Die Tat hatte für großes Entsetzen in der Region und einen massiven Polizeieinsatz mit Hubschraubern gesorgt. Der Verdächtige war in seiner Wohnung in einem Hochhaus gefasst worden. Diese liegt etwa zwei Kilometer entfernt vom Tatort.