Ein Angebot des medienhaus nord

Restaurants in MV Mit schmaler Karte am Start

Von Volker Bohlmann | 05.05.2020, 20:00 Uhr

Restaurants im Land erwarten Besucher am Muttertagswochenende

Licht am Horizont: Ein starker Nordwind bläst die Schauerwolken über die Bucht am Schweriner Schloss. Der frische Wind kommt Sven Schirrmacher gerade recht. Der Neugastronom kann mit der angekündigten Aufhebung der Corona-Auflagen am Sonnabend seine „Strandbar Schlossdüne“ am Franzosenweg eröffnen. „Die zurückliegenden Wochen waren für uns intensiv. Nach fünfstelligen Investitionen mussten wir unsere Eröffnung Anfang April absagen“, so Schirrmacher. Nun gehe es mit vollem Herzen weiter in die Saison. Schirrmacher blickt erneut gen Himmel. Der zieht sich zu – zum Glück ist es nur ein Wolkenschauspiel. „Erst Corona und nun das Wetter“, scherzt der Gastronom. Der Unternehmer lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die Schweriner und Gäste ihre Lokalitäten wiederentdecken. Wenngleich die Restaurants in den ersten Frühlingswochen leer ausgingen.

Preiserhöhungen kein Thema

Zurück im Gastroleben fühlen sich Andre Dlugos und seine Frau Ewa im „Landhaus Klützer Eck“ bislang nicht. Für das Paar kam die Meldung vom Ende der Restaurant-Sperre überraschend. „Nach sechs Wochen Stillstand sind die Vorratskammern nicht gefüllt. Wir müssen die Großhändler und regionale Produzenten anfragen und schauen was geht“, sagt Dlugos. Folglich liegt zum Auftakt eine schmalere Speisekarte aus. Qualitätsabstriche gebe es nicht. Ebenso kämen Preisanpassungen nicht in Frage, verspricht Dlugos. Er hoffe, dass seine elf Beschäftigten plus Chef jetzt gut in die Saison kommen. Wenige Kilometer vor der Touristenhochburg Boltenhagen ist jeder Gast von Bedeutung - bringt allein der Tourismus rund 80 Prozent der Jahreseinnahmen im „Landhaus Klützer Eck“. Andre Duglos fordert Hilfe von der Politik: „Einen Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent.“ Ansonsten laufe man Gefahr, dass es mit einigen gastronomischen Einrichtungen bergab gehe.

Die Standards einhalten

Im Schweriner Hotel Speicher am Ziegelsee klingen unterdessen die Telefone nonstop. Wenige Stunden nach Bekanntgabe des Mecklenburger Weges wollen die Gäste wieder buchen. „Ein gutes Zeichen“, sagt Geschäftsführer Christian Petersen. Nach dramatischen Umsatzeinbußen helfe nur ein gerechter Fahrplan. Allein zu Pfingsten belaufen sich am Ziegelinnensee die Buchungen auf 80 Prozent der Betten. Maximal 60 Prozent sind bislang freigegeben. „Wir wollen die Hygienestandards und Vorgaben eingehalten. Folglich müssen wir einigen Gästen absagen“, so Petersen. Die Mitarbeiter seien über die Betriebsaufnahme erleichtert. Ein Herunterfahren der Kurzarbeit sei denkbar, während die Warenbestände dem steigenden Bedarf anzupassen sind.

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