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Übersicht Metaller-Warnstreiks auch in Mecklenburg-Vorpommern

Von dpa | 03.11.2008, 04:16 Uhr

Rostock - Die IG Metall Küste hat für Dienstag zehntausende Beschäftigte aus rund 150 Betrieben in ganz Norddeutschland zu Warnstreiks aufgerufen.

Davon betroffen seien auch Werften in Wismar, Rostock-Warnemünde, Stralsund und Wolgast sowie der Hersteller von Schiffsmotoren Caterpillar in Warnemünde, teilte die IG Metall am Montag mit. Insgesamt seien in Mecklenburg-Vorpommern rund 2500 Gewerkschafter aufgerufen worden. Es seien mehrstündige Warnstreiks und Kundgebungen geplant.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 8 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben 2,1 Prozent und eine Einmalzahlung geboten. Damit lasse man sich nicht abspeisen, hieß es von der IG Metall Küste. „Die Arbeitgeber brauchen offensichtlich den Druck, sonst hätten sie uns nicht ein solches Billigangebot vorgelegt“, sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau.

Am Montag hatten die Arbeitnehmervertreter ihren Ausstand auf West- und Süddeutschland konzentriert. Allein in Hessen, Rheinland- Pfalz, Thüringen und dem Saarland waren 30 000 Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen worden. Die IG Metall will bis Freitag (7. November) Druck auf die Arbeitgeber ausüben, um ein höheres Angebot zu erreichen.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall sieht die Warnstreiks als „nicht zielführend“ an. Hauptgeschäftsführer Lutz Bauermeister sagte am Montag: „Es gibt keinen Grund für Streiks, weil wir nach wie vor verhandlungsbereit sind.“ Die IG Metall müsse sich endlich bewegen: „Sie ist es, die stur bei ihren 8 Prozent bleibt.“ Bauermeister warf der Gewerkschaft vor, die wirtschaftliche Lage zu verkennen: Die Firmen würden drastische Auftragsverluste beklagen und schon das Arbeitsvolumen reduzieren.

Fast 40 Prozent der Unternehmen wollten freiwerdende Stellen nicht mehr besetzen, 10 Prozent stellten sich auf betriebsbedingte Kündigungen ein. Einen neuen Termin für weitere Verhandlungen gibt es im Norden noch nicht.

Der Bezirk Küste umfasst Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern, Hamburg, Bremen und das nordwestliche Niedersachsen. Allein in den beiden Hansestädten Hamburg und Bremen erwarten die Veranstalter mehrere tausend Teilnehmer zu zentralen Kundgebungen. Auf dem Spielbudenplatz in Hamburg-St. Pauli will sich Gewerkschaftschef Berthold Huber am Vormittag von den Beschäftigten Unterstützung von der „Basis“ für den weiteren Kurs der Gewerkschaftsspitze holen.

Auch Blankau werde zu Teilnehmern sprechen, kündigten die Organisatoren an. „Die Leute brauchen schlicht Geld, um sich das, was sie produzieren - Autos etc. - auch leisten zu können“, sagte Huber am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Einmalzahlungen, wenn sie aufgebraucht sind, sind weg. Was wir wollen, sind Strukturerhöhungen.“

Gelingt bis Mitte November kein Durchbruch bei den Verhandlungen, kann die Gewerkschaft diese für gescheitert erklären und ihre Mitglieder zur Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf aufrufen. Den letzten Streik gab es 2002 in Baden-Württemberg und in Berlin-Brandenburg. Die Streikkasse der IG Metall soll nach unbestätigten Angaben über Rückstellungen von rund zwei Milliarden Euro verfügen.