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Prozess in Neubrandenburg Messerattacke im Kleingarten - Angeklagter schweigt

Von Winfried Wagner/dpa | 31.01.2019, 14:26 Uhr

Ein 39-Jähriger steht vor Gericht, weil er einen älteren Mann in einer Kleingartenanlage lebensgefährlich mit einem Messer verletzt haben soll.

Im Prozess um eine lebensgefährliche Messerattacke auf einen älteren Mann in einer Gartenanlage in Neubrandenburg schweigt der Angeklagte. „Ich will dazu nichts sagen“, erklärte der 39-Jährige entgegen dem Rat seines Anwalts Sebastian Fitzer am Donnerstag am Amtsgericht Neubrandenburg. Der 63-jährige Geschädigte berichtete als Zeuge, dass es am Vorabend der Messerattacke im August 2018 im Nachbargarten einen Streit um zu laute Musik gegeben habe.

Der Angeklagte sei betrunken gewesen. Dem einschlägig vorbestraften Mann werden gefährliche Körperverletzung, Diebstahl und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Anfangs war auch wegen versuchten Totschlags ermittelt worden.

39-Jähriger ohne eigenen Wohnsitz

Der Vorfall in Neubrandenburg ereignete sich am 4. August in einer Kleingartenanlage am Reitbahnviertel. Der 39-Jährige war ohne eigenen Wohnsitz und trank Alkohol im Garten seiner Eltern. Man habe sich daher gekannt, hieß es. „Wir haben ihm mehrfach gesagt, dass er die Musik leiser machen sollte, als er dort trank“, sagte der Geschädigte. Das sei nicht passiert. Am nächsten Tag sei er gegen Mittag zu seinem Auto gegangen, um Zigaretten zu holen. Plötzlich habe ihn der Angeklagte attackiert.

Laut Polizei hatte der Angeklagte ein Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge mit Klebeband an seiner Hand festgeklebt. Er habe mindestens dreimal auf den Geschädigten eingestochen und sei dann geflohen, berichteten Zeugen. Der Angeklagte konnte erst mehrere Tage später gefasst werden. Das Opfer erlitt lebensbedrohliche Bauch- und Kopfverletzungen, überstand dies mit Notoperationen aber. Er leide noch immer vor allem an psychischen Folgen, sagte der Geschädigte.

Weiterer Vorwurf: Diebstähle und Attacken gegen Polizisten

Dem Angeklagten werden zudem Diebstähle in Märkten und Attacken gegen Polizisten vorgeworfen. Er stand nach einer Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung 2016 zudem unter Führungsaufsicht. Im Prozess sind auch zwei Gutachter geladen. Mit einem Urteil wird frühestens am 12. Februar gerechnet.

Aus Ärger über die Gartennachbarn ist laut Polizei auch ein Mann in Demmin nördlich von Neubrandenburg straffällig geworden. Der 40-Jährige habe gestanden, in der Nacht zum 1. Dezember ein Gartenhaus angezündet zu haben, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Ermittlungen und ein Brandsachverständiger hätten die Kriminalisten auf die Spur des Demminers gebracht.

Bei dem Feuer waren drei Gartenlauben in der Kleingartenanlage „Tollenseblick“ zerstört worden. Der Brand sei an einem Haus gelegt worden und habe auf zwei weitere übergegriffen. Menschen wurden nicht verletzt. Der 40-Jährige müsse sich nun wegen Brandstiftung vor Gericht verantworten. Er habe „private Streitigkeiten“ als Motiv angegeben.