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Museumsbilanz 2017 Mehr als drei Millionen Museumsbesucher in MV

Von Iris Leithold | 17.12.2017, 20:55 Uhr

Die Museen in MV blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück.

Mehr als drei Millionen Besucher sahen die Ausstellungen in den landesweit mehr als 200 Häusern, wie die Vorsitzende des Landesmuseumsverbandes Kathrin Möller mitteilte. 2016 hatte die Zahl knapp unter der Drei-Millionen-Marke gelegen.

Gründe für den Zuwachs seien spannende Sonderausstellungen in vielen Museen, aber auch der verregnete Sommer gewesen, sagte Möller weiter. Ein Plus verzeichnete zum Beispiel das Schloss Schwerin. Dort wurden rund 168 000 Gäste gezählt, 6000 mehr als 2016, wie eine Sprecherin des Staatlichen Museums sagte. Auch die Galerie Alte und Neue Meister in Schwerin wollten 1000 Besucher mehr sehen als im Vorjahr. Gut 30 000 Tickets wurden verkauft.

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund geht nach Worten einer Sprecherin ebenfalls von einem leichten Besucherplus aus, ebenso das Wismarer Phantechnikum. Die Stiftung Deutsches Meeresmuseum ist mit den vier Standorten Ozeaneum, Meeresmuseum, Nautineum und Natureum das besucherträchtigste Museum des Landes mit rund 858 00 Gästen im Jahr 2016. Das Historisch-Technische Museum Peenemünde erwartet etwa 155 000 Besucher wie 2016, wie ein Sprecher sagte. Von einer Gästezahl wie im Vorjahr (rund 160 000) geht auch das Müritzeum in Waren an der Mecklenburgischen Seenplatte aus, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte. Das Naturinfozentrum zeigt die Pflanzen- und Tierwelt Mecklenburg-Vorpommerns.

Mehr Besucher als im Vorjahr konnte das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock begrüßen, das Kathrin Möller selbst leitet. „Wir gehen von rund 42 000 Gästen in diesem Jahr aus, das sind 5000 mehr als im Vorjahr“, sagte sie. Besonderen Zuspruch habe die Sonderausstellung über die „Georg Büchner“ gefunden. „Viele Zeitzeugen kamen mit ihren Familien“, sagte Möller. Das Schiff hatte in der DDR jahrzehntelang als Ausbildungsschiff der Deutschen Seereederei gedient, wurde später verkauft und sank bei der Überführungsfahrt 2013 vor Polen.

Einiges getan hat sich auch bei kleineren Museen. So wurde das Wolhynien-Umsiedler-Museum in Linstow (Landkreis Rostock) in diesem Jahr nach Umbau und Neugestaltung neu eröffnet. Weitere gute Beispiele waren laut Möller die Umgestaltung des Heimatmuseums Warnemünde und die Wiedereröffnung des Stadtgeschichtlichen Museums Wismar. „Doch es kann nicht verschwiegen werden, dass in einem schleichenden Prozess gewohnte und für eine nachhaltige Museumsarbeit notwendige Strukturen in einigen Museen wegfallen“, so Müller. Museumsverband und die Museumsträger stehen vor großen Herausforderungen. Museumsarbeit bedeute eben nicht, dass lediglich touristische Angebote vorgehalten werden, sondern dass die Häuser künftig in der Lage sind, ihre Sammlungen zu erforschen und durch professionelle Vermittlungsarbeit kulturelle Bildung zu betreiben.