Ein Angebot des medienhaus nord

Kultur in MV Mehr als drei Millionen Besucher in Museen des Landes 2019

Von Iris Leithold | 21.12.2019, 16:40 Uhr

Die Museen in Mecklenburg-Vorpommern erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei den Schlössern fällt die Bilanz nicht überall positiv aus.

Die Museen in Mecklenburg-Vorpommern erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit - unabhängig vom Wetter. Im zu Ende gehenden Jahr zählten sie gut drei Millionen Besucher und hielten damit das Niveau des Vorjahres, sagte die Vorsitzende des Landesmuseumsverbandes, Kathrin Möller, der Deutschen Presse-Agentur.

Weiterlesen: Viele Museen in MV mit Einbußen: Supersommer hielt vom Besuch ab

Deutsches Meeremuseum mit starkem Zuwachs

Das Deutsche Meeresmuseum verzeichnete für seine vier Standorte Ozeaneum, Meeresmuseum, Nautineum und Natureum bis Ende November 8,6 Prozent mehr Besucher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben von Sprecherin Diana Meyen kamen 792 155 Besucher. „Zum Jahresende werden es deutlich über 800 000 sein“, sagte sie. Damit erweist sich das Deutsche Meeresmuseum erneut als mit Abstand besucherstärkste Museumseinrichtung in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Sonderthema „Kein Lärm Meer“ im Ozeaneum über die zunehmende Belastung von Meerestieren durch vom Menschen erzeugten Unterwasserschall gab es neue Ausstellungsstationen und Veranstaltungen zu entdecken.

„Bares für Rares“ brachte Gäste

Auf rund 450 000 Gäste bringen es die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen (SSGK) bisher in diesem Jahr. Ein Plus von 15 Prozent verzeichnete dabei das Schweriner Schloss, was eine Sprecherin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen (SSGK) vor allem auf die Übertragung der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ im Frühjahr zurückführte. Alle Schlossmuseen zusammen (Schwerin, Güstrow, Ludwigslust, Bothmer, Hohenzieritz, Mirow, Granitz) hatten bis zum 11. Dezember 448 000 Besucher - 42 000 mehr als im gesamten Vorjahr.

Weiterlesen: Reif fürs Museum: Diamant-Kreuz aus „Bares für Rares XXL“ erzielt Rekordbetrag
Weiterlesen: „Bares für Rares“ zu Gast am Schweriner Schloss

Schlösser Hohenzieritz und Mirow boomen

Neben Schwerin hatten die Schlösser Hohenzieritz und Mirow an der Seenplatte die größten Zuwächse zu verbuchen. „Für Schloss Hohenzieritz und die Luisengedenkstätte ist ein Anstieg um 33 Prozent und für Schloss Mirow um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen“, sagte SSGK-Sprecherin Antje Conradt. „Das ist einmal zurückzuführen auf die gute Arbeit vor Ort als auch auf das gelungene Zusammenwirken zwischen dem Schlossteam vor Ort und der SSGK bei der Organisation von Veranstaltungen und beim Marketing.“

Schloss Güstrow hielt seine Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr, während Ludwigslust um 17 Prozent abrutschte. „Die im Zusammenhang mit der Eröffnung des sanierten Ostflügels 2016 sprunghaft angestiegenen Besucherzahlen konnten sich in den Folgejahren nicht verstetigen“, konstatierte Conradt. «Das Interesse an der Besichtigung des Barockschlosses und seiner Anlagen hat sich bis 2019 wieder dem Stand von vor der Eröffnung des Ostflügels und damit dem Ausgangsstand angenähert.“

Malchin-Ausstellung als Besucher-Hit

Das Staatliche Museum Schwerin, das ebenfalls von den SSGK verwaltet wird, landete mit einer großen Ausstellung über den mecklenburgischen Landschaftsmaler Carl Malchin (1838-1923) einen Besucher-Hit. Auch Museumsverbandschefin Möller lobte die Schau, die auf witzige Weise moderne Medien einbezog. „Die Malchin-Ausstellung war etwas Außergewöhnliches - sehr gelungen, sehr publikumswirksam, sagte Möller.

Auch die Rostocker Museen - Kunsthalle, Schifffahrtsmuseum, Kunsthistorisches Museum und Heimatmuseum - können zufrieden sein, wie Möller sagte. Allein das Schifffahrtsmuseum, das von Möller geleitet wird, habe dieses Jahr wieder fast 40 000 Besucher gehabt, sagte sie. Das Kunsthistorische Museum habe mit seiner Ausstellung zu 600 Jahren Universität eine wichtige Schau veranstaltet, in der Kunsthalle sei die Ausstellung zum Palast der Republik sehr gut gelaufen.

Es gibt auch Zukunftssorgen

Landesweit gibt es nach Möllers Worten rund 300 größere und kleinere Museen. Sorgenvoll schaut die Verbandschefin auf kleine Häuser, die ehrenamtlich geführt werden. „Der Rückgang im Ehrenamt wird uns in nächsten Jahren beschäftigen“, sagte sie. Die Protagonisten der 1990er Jahre seien jetzt im vorgerückten Alter. Auf Rügen sei die Zukunft des Heimatmuseums im Ostseebad Göhren ungeklärt. In Sassnitz stehe ein Fragezeichen hinter dem Fischereimuseum. Anfang des neuen Jahres will der Verband in einer landesweiten Umfrage zur Lage der Museen genauer herausfinden, in welcher Verfassung diese sind. Die Fragebögen sollen im Januar herausgehen, wie Möller sagte.

Weiterlesen: Immer weniger Ehrenamtler: Museumsverband schlägt Alarm