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Berlin Mehr Abiturienten, weniger Vermögen

Von ddp/dpa | 07.09.2009, 09:05 Uhr

Die ostdeutschen Länder haben laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in den vergangenen 20 Jahren eine positive wirtschaftliche Entwicklung vollzogen.

Trotz des insgesamt positiven Resümees gebe es aber in verschiedenen Bereichen noch immer einen erheblichen Entwicklungsbedarf, bilanziert das IWH in seiner gestern in Berlin vorgestellten Studie. Nach dem gesamtwirtschaftlichen Einbruch unmittelbar nach der Wende seien in den 1990er Jahren viele wettbewerbsfähige Unternehmen mit hohen Wachstumsraten entstanden. Dank erheblicher Investitionen und Transferleistungen verfüge Ostdeutschland heute zudem über eine moderne Verkehrsinfrastruktur und einen sanierten Wohnungsbestand.

Problematisch ist nach wie vor die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen nehme in den ostdeutschen Ländern weiter zu. Auch die Einkommen liegen in den neuen Ländern noch immer unterhalb des westdeutschen Niveaus. In 20 Jahren seit dem Mauerfall haben sich die Lebensumstände in Ost- und Westdeutschland aber auch noch in anderen Bereichen unterschiedlich entwickelt. Eine Auswahl:

Autos: Beim Autobestand hat sich der Abstand etwas verkleinert. In Ostdeutschland erhöhte sich der Pkw-Ausstattungsgrad der Haushalte von 71,9 Prozent 2003 auf 73,3 Prozent im vergangenen Jahr. Im Westen blieb er konstant bei 77,9 Prozent (2003 waren es 78,0 Prozent).

Abiturienten: Beim Anteil der Abiturienten an allen Schulabgängern lag der Osten bis 2007 vorn: In den neuen Bundesländern betrug er 35,8 Prozent, in den alten Ländern 24,9 Prozent.

Altbauten: Der Osten hat mehr Altbauten, die oft stark gefragt, aber teils noch immer sanierungsbedürftig sind: In den neuen Ländern waren 2006 gut 23 Prozent des Gebäudebestands bis 1918 gebaut, im Westen waren dies elf Prozent.

Vermögen: Das Vermögen der privaten Haushalte ist im Westen stärker gewachsen als im Osten. Von 2002 bis 2007 legte es in den alten Ländern um 32 Prozent auf durchschnittlich 27 210 Euro zu, in den neuen Ländern um fünf Prozent auf 11 348 Euro.