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200.000 Menschen werden regelmäßig untersucht Mega-Langzeitstudie: Volkskrankheiten

Von Redaktion svz.de | 13.09.2011, 12:16 Uhr

Mit einer Langzeitstudie wollen Mediziner in Deutschland die Risiken von Volkskrankheiten erkunden und entsprechende Strategien zu ihrer Eindämmung entwickeln.

Mit einer Langzeitstudie wollen Mediziner in Deutschland die Risiken von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs erkunden und entsprechende Strategien zu ihrer Eindämmung entwickeln. Dazu werden bis 2022 mindestens 200.000 Menschen regelmäßig untersucht und medizinisch beobachtet, wie das Klinikum Greifswald als Koordinator mitteilte.

Als Vorstufe der bislang größten deutschen Gesundheitsstudie wurde am Montag im Studienzentrum Neubrandenburg ein Pilottest gestartet. Der Probelauf mit 300, nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Freiwilligen der Umgebung diene dazu, bis Ende Oktober Standardisierungsprogramme zu testen, sagte Projektleiter Wolfgang Hoffmann. Die eigentliche Studie beginne dann im kommenden Jahr.

Bund fördert umfassendste Bevölkerungsstudie der Geschichte

Bundesweit sollen Mediziner an neun Studienzentren die Teilnehmer betreuen. Die bislang umfassendste Bevölkerungsstudie in der deutschen Medizingeschichte wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Ziel sei die Entwicklung von Strategien zur Risikoerfassung sowie zu einer wirksamen Vorbeugung und Behandlung von Volkskrankheiten, sagte Hoffmann. Dazu würden in insgesamt 18 Regionen nach einem einheitlichen Verfahren jeweils 10.000 bis 20.000 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 69 Jahren untersucht. Vorgesehen seien neben Messungen von Größe und Körpergewicht auch Cholesterin- und Blutzuckeruntersuchungen sowie ein umfassendes Fachgespräch mit einem Allgemeinmediziner.

Folgeuntersuchungen etwa alle fünf Jahre

Nach der umfassenden Erstuntersuchung sollen die Teilnehmer dann im Abstand von jeweils fünf Jahren erneut zu medizinischen Checks geladen werden. Neben dem gesundheitlichen Zustand der Probanden sollen auch Daten zu deren Lebensweise sowie besonderen Risikofaktoren erfasst werden.