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Museen in MV „Meereskinder“ und „Cranachs Luther“

Von Viviane Offenwanger & Iris Leithold | 28.12.2016, 05:00 Uhr

Vier Millionen Besucher: Museen des Landes ziehen positive Jahresbilanz. Das Jahr 2017 wird im Zeichen des Reformationsjubiläums stehen

Die 230 professionell betriebenen Museen in Mecklenburg-Vorpommern blicken 2016 auf stabile Besucherzahlen zurück und zählen damit zu den meistbesuchten Kultureinrichtungen des Landes. Ähnlich wie im Vorjahr hätten sie knapp vier Millionen Besucher begrüßen dürfen, wie Dr. Steffen Stuth, Vorsitzender des Museumsverbandes MV, erklärt. „Es macht sich bemerkbar, dass immer mehr in die Kultur investiert wird. Das zeigt sich vor allem bei den wieder eröffneten Schlössern wie Ludwigslust“, zeigt er sich zufrieden. Auch große Namen wie Uecker würden sich in den Besucherzahlen immer bemerkbar machen, sagt er.

Das besucherstärkste Museum blieb in diesem Jahr das Ozeaneum in Stralsund mit rund 550 000 Besuchern. Erfreulich sei auch, dass der Anteil der Besucher aus den westlichen Bundesländern deutlich gesteigert werden konnte.

2017 wird das Jahresthema des Deutschen Meeresmuseums „Meereskinder“ sein. Die Ausstellungen beschäftigen sich mit der Fortpflanzung und den sozialen Beziehungen von Fischen in den Meeren. Zudem sei im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“ eine vom Bundesforschungsministerium geförderte Sonderausstellung zum Thema „Nutzung der Meere – von der Tiefsee bis in die Polarregionen“ geplant.

Gute Nachrichten auch für Fans des Nautineums auf dem Dänholm, das in diesem Jahr geschlossen bleiben musste. Es soll voraussichtlich 2017 wieder öffnen.

Auch das Pommersche Landesmuseum in Greifswald hat in diesem Jahr mit 40 000 Besuchern eine stabile Bilanz vorzuweisen. Überraschend war der Erfolg der zweiten Ausstellung „Greifswald – Der private Blick“, für die Greifswalder ihre Fotoarchive öffneten und so ihre Sicht auf die Stadt zeigten.

Als wahre Besuchermagneten erwiesen sich auch die Schlösser des Landes, allen voran das nach fünfjähriger Restaurierung wieder eröffnete Schloss Ludwigslust. 67 000 Gäste seien 2016 gezählt worden – im Vorjahr waren es nur 39 000. Einen Aufwärtstrend meldete auch das Jagdschloss Granitz auf Rügen mit 140 000 Gästen (138 000 im Vorjahr) und das Rokoko-Schloss Mirow mit 30 000 Besuchern (24 000 im Vorjahr). Der Ansturm auf Schloss Bothmer in Klütz blieb mit 50 000 Gästen stabil und Schloss Hohenzieritz, das erst seit diesem Jahr vom Land betrieben wird, durfte 3800 Gäste begrüßen.

Leichte Besucherrückgänge mussten dagegen das Schweriner Schloss und das Schloss Güstrow hinnehmen. In Schwerin sank die Zahl der Besucher um 4200 auf 163 000, verzeichnet damit jedoch trotzdem so viele Besucher wie kein anderes historisches Gebäude im Land. Der Andrang auf das Schloss Güstrow sank um 1500 auf 23 000 Interessierte. Hier sollen ab 2018 umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnen.

Das Ausstellungsjahr 2017 wird dann unter dem Zeichen der Reformation stehen, wie Steffen Stuth erklärt. Zur Feier des Jubiläums sind große Ausstellungen im Land geplant; beispielsweise im Pommerschen Landesmuseum sowie im Kulturhistorischen Museum Rostock.

Das Pommersche Landesmuseum eröffnet im Mai die Ausstellung „Luthers Norden“, die gemeinsam mit dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein erarbeitet wurde. Ebenfalls im Zusammenhang mit der Reformation wird eine Ausstellung mit Zeichnungen zum Croy-Teppich der Textilkünstlerin Inge Götze stehen. Der 1554 in Auftrag gegebene Teppich gehört zu den wertvollsten Exponaten des Hauses und gilt als einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis aus der Zeit der Reformation.

Das Museum Rostock wird im Juli die Sonderausstellung „Das Netz des neuen Glaubens“ eröffnen. Es soll darin um Mecklenburg und die Reformation im Ostseeraum gehen. Zu den Ausstellungshöhepunkten 2017 wird sicher auch „Cranachs Luther“ auf Schloss Güstrow zählen. Hier werden ab dem 20. Mai Werke der Malerfamilie Cranach aus eigenen Beständen gezeigt.