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Kindergärtnerin Martina Weding Ludwigslusterin schreibt Krimi aus Pharaonenzeit

Von Uwe Köhnke | 17.10.2011, 09:46 Uhr

Die Ludwigslusterin Martina Weding (51) hat ein Buch geschrieben. Sie will ein Gesellschaftsbild aus dem großen Reich der Ägypter 12 Jahrhunderte vor Christus zeichnen.

Die Ludwigslusterin Martina Weding (51) hat ein Buch geschrieben. Der Zweiteiler ist nicht nur eine anfangs verwirrende Kriminalgeschichte, dessen spannendes Handlungsknäuel sich erst am Ende des Romans aufdröselt. Martina Weding will ein Gesellschaftsbild aus dem großen Reich der Ägypter 12 Jahrhunderte vor Christus zeichnen. Sie kann das, denn seit mindestens 20 Jahren ist sie besessen von dem Reich am Nil, dessen wirtschaftliche und kulturelle Prägung ihre Spuren bis in die Neuzeit zieht.

"Der mit der Sonne Geborene" soll mysteriöse Unfälle klären

Die Hauptfigur des Romans ist Chepri, der mit der Sonne Geborene. Er wird in einem kleinen Dorf nahe des großen Karnaktempels geboren. Sein Vater Chammale dient als Priester dem Staatsgott Amun. Er kann seine Familie ernähren, es geht ihnen gut. Die Mutter Mutemwija ist eine herzensgute Frau. Eines Tages beginnt das Unheil. Chammale bekommt Neider. Schließlich wird er sogar nicht weit entfernt von seinem Haus ermordet aufgefunden. Die Zeit vergeht. Mutemwija zieht zu Richter Parser, der sich aufopferungsvoll um die Familie seines geschätzten Freundes kümmert. Parser unterstützt mit seinem Einfluss, aber auch mit finanziellen Mitteln alle Kinder bei ihrer zukünftigen Entwicklung und Ausbildung. Chepri wird ein gelehriger Schüler und will Priester wie sein Vater werden. Durch seine freundliche, unaufdringliche, aber kompetente Art ist er ein beliebter Kamerad. Eine besondere Freundschaft verbindet ihn mit Bekamun, dem Sohn des Bibliothekars. Chepri und Bekamun machen die Bekanntschaft mit dem Prinzen Amunherchopsef. Mit diesem liebenswerten Prinzen verknüpfen sich nun die zukünftigen Begebenheiten mit denen der königlichen Familie. Es passieren mysteriöse Jagdunfälle, bei denen Königssöhne ums Leben kommen. Chepri und seine Freunde bilden eine Untersuchungskommission, die die angeblichen Jagdunfälle untersuchen soll. Sie stellen fest, es handelt sich um Mord. In die Zeit der kriminalistischen Untersuchung fallen auch die Vorbereitungen auf den Mord am Pharao selbst. Chepri stößt auf augenscheinliche Verbindungen zu den Morden an den Königssöhnen. Nun wird alles spannend, verwickelt, undurchsichtig. Verbindungen zu früheren Taten tun sich auf. Parser wird im Streit erstochen. Noch auf seinem Totenbett gibt er der Familie des Chammale ein furchtbares Geheimnis preis…

Geschichtlicher Hintergrund der Haremsverschwörung belegt

Der Roman spielt in der Zeit von Ramses III. Der geschichtliche Hintergrund um die Haremsverschwörung ist belegt. Gewisse Orte und Vorgänge sind gewissenhaft recherchiert und nachempfunden, so wie zum Beispiel das Leben im großen Karnaktempel. Andere Personen und Handlungen sind frei erfunden.

Für Geschichte hat sich Martina Weding schon interessiert, seit sie denken kann. "Ich habe mit dem Zweiten Weltkrieg begonnen und bin dann immer weiter zurück gegangen. Im alten Ägypten bin ich schließlich hängen geblieben", beschreibt sie ihr Hobby. Seit die studierte Kindergärtnerin, die in der Ludwigsluster Kita Parkviertel arbeitet, 2000 das erste Mal nach Ägypten reiste, ist ihr Faible für dieses Land noch intensiver geworden. Jedes Jahr fährt Martina Weding hin, und sie kann sich nichts Schöneres vorstellen, als allein durch die alten Tempelanlagen zu streifen. "Luxor bezaubert mich immer wieder. Es ist eine antike Stadt mit vielen Relikten aus der strahlenden Pharaonenzeit. Ich habe diese Stadt in mein Herz geschlossen. Der gigantisch schöne Kar naktempel im Herzen Luxors begeistert mich bei jedem Besuch aufs Neue, so dass ich meine Geschichte dort ansiedelte", gesteht Martina Weding.

Alles was ägyptisch aussieht oder gar ist, zieht sie in ihren Bann. Davon zeugen nicht zuletzt zahlreiche Gegenstände in der Wohnung der Familie in der Ludwigsluster Parkstraße. Von jeher eine Büchernärrin, hat sie sich bereits 2009 einmal ans Schreiben gewagt. Entstanden ist damals die Reiseerzählung, "Luxor - Opium für meine Seele". Nun also ein altägyptischer Krimi, dessen erster Teil bereits im Thon-Verlag erschienen ist und dessen Fortsetzung gedeiht.