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Mecklenburg-Vorpommern Linke-Freude

Von Michael Fischer | 22.09.2013, 09:52 Uhr

Vom Rekordergebnis der letzten Wahl bleibt die Linke weit entfernt.

Auch die von Spitzenkandidat Gysi ausgegebene Zielmarke von zehn Prozent verfehlt sie. Zufrieden ist sie trotzdem. Das liegt vor allem daran, dass die Linke gute Chancen hat, erstmals drittstärkste Kraft im Bundestag zu werden - vor den Grünen. Dass hat die Partei vor allem Gysi zu verdanken. Der 65-Jährige hat mit 200 Reden, Interviews und Talkshow-Auftritten noch einmal alles gegeben. Die anderen sieben Spitzenkandidaten blieben in seinem Schatten. Selbst Sahra Wagenknecht konnte da nicht mithalten. Gysis erfolgreiche Doppelstrategie: Die SPD angreifen, aber gleichzeitig für Rot-Rot-Grün werben. In der neuen Wahlperiode wird es darum gehen, wer das Erbe von Gysi & Lafontaine antritt. Als Wortführerin des vor allem im Westen verankerten radikalen Parteiflügels hat sich Sahra Wagenknecht als Nachfolgerin ihres Lebensgefährten Lafontaine in Stellung gebracht. Gysi will dagegen, dass die ostdeutschen Pragmatiker die künftige Parteilinie maßgeblich bestimmen. Er würde sich Dietmar Bartsch in führender Position wünschen.

Eine erste Kraftprobe wird es Anfang Oktober bei der Wahl des neuen Fraktionsvorstands geben. Zweimal hat Gysi bereits verhindert, dass Wagenknecht an seine Seite in der Fraktionsspitze aufrückt. Der Verlauf des Wahlkampfs und das Ergebnis könnten dazu beitragen, dass ihm das erneut gelingt.