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Unglücksserie in Malchow Letzte Ermittlungen eingestellt

Von Redaktion svz.de | 17.12.2016, 16:00 Uhr

2015 wurde die Kleinstadt gleich mehrere Male von teils tödlich endenden Unglücken heimgesucht

Ein Jahr nach einer tödlichen Unglücksserie in der Kleinstadt Malchow ist die juristische Aufarbeitung der Fälle beendet. Die Ermittlungen zu einem tödlichen Bootsunfall - dem vierten und letzten Fall - seien mangels Beweisen eingestellt worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg der Deutschen Presse-Agentur.

Im Oktober 2015 waren zwei Männer bei Dunkelheit mit einem Boot von Untergöhren nach Malchow geschippert. Dort war das Boot gegen eine Boje geprallt und gesunken. Der 56-jährige mutmaßliche Bootsführer ertrank. Ein 43-jähriger Mitfahrer rettete sich. Er wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern. Gegen ihn wurde wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt. Die Polizei entdeckte das gesunkene Boot und die Leiche des 56-Jährigen erst eine Woche nach dem Unfall im Malchower See unweit der Drehbrücke.

Die Menschen in Malchow mussten im vergangenen Jahr gleich vier Unglücke mit sechs Toten verkraften. In allen Fällen wurden die Ermittlungen inzwischen eingestellt, zum Teil weil die Verursacher unter den Toten waren. Erst starben zwei Malchower Schüler im April auf einem Boot im Warener Stadthafen, weil Gas bei einer Gasheizung austrat. Die Jugendliche waren wegen einer Abschlussfeier auf dem Boot. Zwei Schüler konnten gerettet werden.

Dann ereignete sich im Juli eine Gasexplosion in einem Malchower Wohnhaus, das komplett zerstört wurde. Dabei starb ein Rentner, der für die Hauseigentümer lediglich nach dem Rechten sehen wollte. Seine Frau wurde schwer verletzt. Danach geschah der Bootsunfall.

Und im November 2015 kam es zu einer Gasverpuffung in einer Garage.

Ein Rentnerpaar hatte sich dort einen Bungalow eingerichtet. Beide starben später in Spezialkliniken an den schweren Brandverletzungen.