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Schweriner Landgericht Lange Haftstrafe für Vergewaltigung gefordert

Von Jakob Spalteholz (dpa) | 22.04.2020, 17:16 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch sechs Jahre und drei Monate Gefängnis gefordert.

Im Prozess am Schweriner Landgericht gegen einen 38 Jahre alten Mann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch sechs Jahre und drei Monate Gefängnis gefordert. Die Verteidigung hingegen verlangte in ihrem Plädoyer nach Angaben eines Prozessbeteiligten Freispruch für den Angeklagten.

Staatsanwaltschaft von Missbrauch überzeugt

Die Staatsanwaltschaft war demnach davon überzeugt, dass der Mann im September 2019 in Wismar eine 49 Jahre alte Bekannte unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt und sie dort missbraucht hat. Dabei soll er sie mit einem Messer bedroht und leicht verletzt haben. Die Geschädigte erstattete noch am selben Tag Anzeige, nachdem ihr von Betreuern aus der Asylbewerberunterkunft, in der sie damals lebte, dazu geraten worden war.

Kurz vor den Plädoyers beteuerte der Angeklagte noch einmal, es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Er habe die Frau drei Jahre zuvor in einer Asylbewerberunterkunft in Schwerin kennen und schätzen gelernt, nach seinem Umzug nach Wismar aber aus den Augen verloren.

Urteil am Freitag erwartet

Als er sie im vergangenen Jahr in Wismar wiedersah, habe die Frau sich enttäuscht darüber gezeigt, dass er inzwischen mit einer anderen Frau verheiratet war, behauptete der 38-Jährige. Da er zum Tatzeitpunkt gerade Streit mit seiner Ehefrau hatte, habe er sich zum Sex mit der 49-Jährigen „hinreißen lassen“. Das Urteil soll am Freitag um 9.00 Uhr verkündet werden.