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Potsdam/Prignitz Landeslob für Theaterstücke gegen Enkeltricks

Von Benjamin Lassiwe | 28.11.2012, 08:47 Uhr

Die "Sicherheitspartnerschaft Glöwen" wurde gestern im Innenministerium mit dem Landespräventionspreis ausgezeichnet.

Mit dem zum siebenten Mal verliehenen Preis will die Landesregierung besondere Leistungen bei der Kriminalitätsprävention würdigen. Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung erhielten auch das Eberswalder Projekt "Boxenstop" des Caritasverbands für das Erzbistum Berlin und das landesweit aktive Theaterprojekt "Scheselong". Mit dem Titel "Ausgezeichnete Partnerschaft Schule/Polizei" wurde die Zusammenarbeit zwischen der Allgemeinen Förderschule Perleberg und der örtlichen Revierpolizei gewürdigt.

"Getreu dem Motto "Die beste Straftat ist die, die gar nicht erst stattfindet" trägt Ihr Engagement dazu bei, Kriminalität zu verhindern", würdigte Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) die Leistungen der Preisträger. "Ihre Projekte sind nachahmenswert." Das gelte besonders für das Konzept der Sicherheitspartnerschaft Glöwen: Hier engagieren sich Senioren in einer Theatergruppe und einem Filmprojekt dafür, um Gleichaltrige zum Beispiel auf die Gefahren des Enkel-tricks aufmerksam zu machen oder vor den Folgen einer Unfallflucht zu warnen. "Wir haben vor 15 Jahren mal damit angefangen, die Briefkästen zu leeren oder die Rollläden herunterzulassen, wenn Menschen im Urlaub waren", erinnert sich der Mitgründer Hans Kurthals. Dann sei die Idee der Theatergruppe entstanden, unterstützt durch den örtlichen Polizeibeamten Ehrhard Schultz. Mittlerweile hätten die Senioren in über 600 Aufführungen ihre Sketche zum richtigen Tragen von Wertgegenständen oder dem Schutz vor Betrügern aufgeführt. Mehrere tausend alte Menschen seien damit erreicht worden.

An der Förderschule Perleberg steht dagegen ein "Anti-Bullying-Programm" im Mittelpunkt des ausgezeichneten Projekts. "Kinder und Lehrer stellen Regeln für den Umgang miteinander in der Schule auf", berichtet Schulleiterin Monika Wlodarz. "Wir verfolgen das Ziel, dass unsere Schule ein Ort des Wohlfühlens ist." Dabei hilft die Partnerschaft mit der Polizei: "Die Beamten haben uns beraten, ob es zum Beispiel erlaubt ist, einem Schüler sein Handy wegzunehmen", erinnert sich Wlodarz. "Und wenn wir ein Problem haben, sind sie sofort und unbürokratisch für uns da."

Dass es gar nicht erst Probleme gibt, darum kümmert sich auch das Eberswalder "Boxenstop"-Projekt des Caritasverbands: An der Grundschule am Schwerzesee in Eberswalde betreibt es einen Schülerclub, dem 70 von 250 Schülern angehören und bildet Schüler zu Konfliktlotsen aus.