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Perleberg Lärm trotz Ortsumgehung

Von Birgit Hamann | 15.09.2009, 09:46 Uhr

Man muss nicht einmal in der Pritzwalker Straße wohnen, um festzustellen, dass hier mehr Schwerlastverkehr hindurch rollt, als es die parallel verlaufende Ortsumgehung der B 189 vermuten lässt. Die Anwohner fordern jetzt mit Nachdruck Veränderungen.

Es reicht aus, ins Navigationssystem "kürzeste Route" einzugeben, um Umgehungsstraßen zu umgehen, damit Sprit und womöglich auch Zeit zu sparen. Ein Grund, weshalb die B 189-Umgehung für einen Teil Perlebergs nicht die erhoffte Verkehrs- und Lärmentlastung bringt. So zumindest sieht es ein Großteil der Anwohner der Pritz walker Straße. Sie sammelten jetzt Unterschriften, wandten sich mit ihrem Anliegen an die Stadt und führen weitere Argumente für den teils erheblichen Schwerlastverkehr ins Feld: "Der Lkw-Verkehr konzentriert sich auf die Pritzwalker Straße, weil die Berliner Straße und die Hopfenstraße für Lkw gesperrt sind. Die Verlegung der Kreisstraßenmeisterei von Spiegelhagen in die Wilsnacker Straße und der Neubau des Schlachthofes in Quitzow führten zur Erhöhung des innerstädtischen Lkw-Verkehrs, der überwiegend über die Pritzwalker Straße läuft. Die Schließung der Abfalldeponie in Wittenberge führte zu einem ständigen Mülltransport per Lkw. Diese Transporte gehen in Hin- und Rückfahrt generell über die innerstädtische Route, also auch durch die Pritzwalker Straße", heißt es unter anderem in dem Schreiben.

Über die Pritzwalker Straße würden zudem landwirtschaftliche Transporte abgewickelt - was verkehrstechnisch nicht anders gehe, wie Robert Kazmierczak bestätigt. Er ist bei der Stadtverwaltung für Verkehrsangelegenheiten zuständig, kennt die Probleme schon länger. Grundsätzlich ließe sich der gordische Knoten erst lösen, wenn die B 5-Umgehung Düpow fertig sei, die so genannten "Spange Düpow". An einer kurzfristigen Entschärfung arbeite man ebenfalls, wie Kazmierczak gestern in einem Gespräch mit dem "Prignitzer" bestätigte. Man will versuchen, dem Wunsch der Anwohner zu folgen und ein Lkw-Tempolimit von 30 km/h für die Straße einzurichten. "Dazu müssen wir aber zunächst Verkehrszählungen organisieren, mit denen wir nachweisen wollen, dass der Verkehr genauso stark ist wie zu der Zeit, als es die Ortsumgehung noch nicht gab, beziehungsweise sogar noch stärker", erläutert Kazmierczak. Sind diese "Hausaufgaben" erledigt, könne ein entsprechender Antrag an die kreisliche Verkehrsbehörde gestellt werden. Ihr obliege die Entscheidung.

Mit einer Geschwindigkeitsreduktion für Lkw könne man die Situation bereits entschärfen, die Schwingungen, die nachweislich bereits zu Schäden an den Gebäuden der engen Straße führten, minimieren und auch den Lärmpegel reduzieren.

Robert Kazmierczak verdeutlicht, dass die Stadt auch ein ureigenes Interesse an der Sache habe, schließlich sei die Straße nach dem Bau der Umgehung von einer Bundes- zu einer kommunalen Straße her abgestuft worden. Und natürlich gibt es auch ein Fernziel: Die Stadt nur noch für den Lieferverkehr zugänglich zu machen, alles anders läuft außen herum, so Kazmierczak. Das klingt sicher nicht nur in den Ohren der Bewohner der Pritz walker Straße wie Musik - mit einem Schuss Utopie.