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Rechtsstreit bei Lila Bäcker Kündigungen beschäftigen nun Landesarbeitsgericht

Von Winfried Wagner | 22.01.2019, 09:01 Uhr

Die 225 Kündigungen bei Lila Bäcker erreichen das Rostocker Arbeitsgericht.

Der Rechtsstreit um 225 Kündigungen bei der Kette «Unser Heimatbäcker» (Pasewalk) vor knapp einem Jahr beschäftigt nun das Landesarbeitsgericht in Rostock. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte, liegen elf Berufungsverfahren vor, davon neun Verfahren vom Arbeitsgericht in Neubrandenburg und zwei Verfahren, die betriebsbedingte Kündigungen am Standort Gägelow betreffen und aus Schwerin kamen. Zu Prozessen werde es frühestens Mitte 2019 kommen.

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Vereinbarungen «sittenwidrig und veruntreuend»

In den Verfahren aus Neubrandenburg geht es um fristlose Kündigungen, weil neun Mitarbeiter noch mit der alten, Anfang 2018 abgelösten Geschäftsführung Sondervereinbarungen hatten. Diese schätzt die neue Geschäftsführung der auch als «Lila Bäcker» bekannten Kette wegen hoher Abfindungen als «sittenwidrig und veruntreuend» ein. Die elf Beschäftigten aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten die Prozesse an Arbeitsgerichten 2018 in erster Instanz gewonnen, wogegen die Kette Rechtsmittel eingelegt hat.

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Gegen die abgelöste Geschäftsführung ermittelt in dem Zusammenhang auch die Staatsanwaltschaft wegen Untreue-Verdachts. «Lila Bäcker» betreibt rund 400 Filialen in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern und hatte die Kuchenproduktion damals zentralisiert und Betriebsteile in Dahlewitz bei Berlin, Gägelow und Pasewalk geschlossen. 225 der rund 2700 Mitarbeiter erhielten Kündigungen. Vor einer Woche meldete die neue Geschäftsführung wegen Zahlungsproblemen Insolvenz an, darf die Produktion aber vorerst weiterführen.