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Finanzen 2017 Kreise drehen an Geldschraube

Von Iris Leithold | 19.12.2016, 05:00 Uhr

Umlage für Kommunen bleiben konstant, aber Zahlbeträge werden höher

Viele Gemeinden in MV müssen im kommenden Jahr mehr Geld an ihren Landkreis abführen, obwohl die Kreisumlage aller Voraussicht nach nirgendwo steigt. In einigen Regionen sind sogar Senkungen in Sicht. So beschloss der Kreistag von Ludwigslust-Parchim vor wenigen Tagen eine Reduzierung von 44,4 auf 43,4 Prozent. „Dennoch wird bei den Gemeinden in der Summe der Zahlbetrag in absoluten Zahlen steigen“, sagte Landrat Rolf Christiansen (SPD). Grund sei die verbesserte Einnahmesituation von Städten und Dörfern.

Auch in Nordwestmecklenburg möchte die Kreisverwaltung die Kreisumlage von 42,5 auf 42 Prozent reduzieren. Der Kreistag entscheidet im Januar darüber. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat das Parlament bereits beschlossen, die Umlage konstant bei 48,3 Prozent zu halten – dies ist der höchste Satz aller sechs Kreise. In Vorpommern-Greifswald bleibt es bei 47 Prozent – die Einnahmen steigen nach Worten eines Sprechers trotzdem um acht Millionen Euro. Der Kreistag von Vorpommern-Rügen entscheidet heute. Laut Vorlage der Verwaltung soll der Satz bei rund 46,5 Prozent stabil bleiben.

Einen Sonderweg geht der Landkreis Rostock. Nach Angaben eines Sprechers sind die Einnahmen aus der Kreisumlage bei 70 Millionen Euro gedeckelt worden. Je besser es den Gemeinden geht, desto niedriger wird also der Umlagesatz. Aktuell liegt er den Angaben zufolge bei 38,72 Prozent. Die Kreisverwaltung ist zunächst bis Ende 2017 an dieses Konzept gebunden. Ob es danach bei dieser – für die Gemeinden angenehmen – Regelung bleibt, ist offen.