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Übersicht Kreis erleidet Schiffbruch - kein Geld für „Wallenstein“

Von mica | 03.11.2008, 08:26 Uhr

Verkehrsministerium bestätigt abgelehnte EU-Förderung

Nordwestmecklenburg - Eine schiffbare Verbindung zwischen der Ostsee und dem Schweriner Außensee wird es wohl auch in Zukunft nicht geben. Denn der Landkreis Nordwestmecklenburg wird keine EU-Gelder für das Projekt Wallenstein-Wasserweg erhalten. Das Verkehrsministerium in Schwerin bestätigte gestern entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Obwohl die Landesregierung bereits zuvor keine Unterstützung in Aussicht stellte und auf wichtigere Infrastrukturmaßnahmen verwies, wollte der Landkreis das umstrittenes Raumordnungsverfahren anschieben. 520 000 Euro – der Großteil Fördergelder der EU – sollten für notwendige Untersuchungen und Gutachten ausgegeben werden.

Kritiker warnten vor dem Verbrennen von Fördergeldern. Sie könnten sich nach dem Nein zur EU-Förderung nun bestätigt fühlen in ihrer ablehnenden Haltung. Der Landkreis selbst hat nach eigenen Angaben offiziell noch nichts von der Absage erfahren.

Bund stellte Kofinanzierung in AussichtDas Projekt Wallenstein-Wasserweg schlug in den vergangenen Wochen immer wieder Wellen und wurde auch Thema in Berlin. Dort verlangte der Bundestagsabgeordnete Peter Hettlich (Bündnis90/Die Grünen) von der Bundesregierung Aufklärung, wieso ein Amt Gelder in sechsstelliger Höhe für einen – so Hettlich – Schildbürgerstreich in Aussicht stellt. Hintergrund: Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung bot dem Landkreis eine Kofinanzierung in Höhe von 100 000 Euro an.

Der ehemalige Landrat Erhard Bräunig (SPD) hatte sich auch nach dem Ende seiner Amtszeit vehement für das Vorhaben eingesetzt. „Ein Nein zum Wallensteinwasserweg ist gleichbedeutend mit einem Nein zur Zukunftssicherung von Mecklenburg-Vorpommern auf dem Gebiet des Tourismus“, schrieb Bräunig in einem offenen Brief. Erst nach einem Raumordnungsverfahren könne qualifiziert beurteilt werden, ob der Wallenstein-Wasserweg raumverträglich umgesetzt werden könne.

Mit dem Boot vom Schweriner See bis zur Ostsee bei Wismar zu schippern – das ist ein Wunsch, den die Menschen schon seit Jahrhunderten hegen. Gescheitert war der Ausbau des so genannten Wallensteingrabens aber immer am Geld. Kosten von schätzungsweise 160 Millionen Euro standen im Raum.