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Cartoons und Comics von Bernhard Mannheim aus Boizenburg Komische Kunst in der Rathausgalerie

Von Dietmar Kreiß | 28.10.2011, 11:27 Uhr

Schräge Cartoons und witzige Comics zieren bis Ende Dezember die neue Ausstellung des Rathauses. Der Besucher ist eingeladen, Bildergeschichten sowie Exponate in Schwarz-Weiß zu betrachten.

Schräge Cartoons und witzige Comics zieren bis Ende Dezember die neue Ausstellung des Rathauses. Ein Novum. Maler, auch Bildhauer haben hier bereits ihre Werke der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch dieses Mal steht der Besucher nicht vor Gemälden und Aquarellen, Zeichnungen, Druckgrafiken oder Skulpturen. Der Besucher ist stattdessen eingeladen, farbenfrohe Bildergeschichten sowie einige Exponate in Schwarz-Weiß zu betrachten, die ihrerseits zum Nachdenken anregen. Es darf gern auch geschmunzelt werden, sagt Bernhard Mannheim.

Das alles sind seine Werke, und er hatte bei jedem, wie er sagt, seinen Spaß. Seine Freude will er mit anderen Menschen teilen, was ihm übrigens zunehmend besser gelingt. Er liebt das Malen schon von Kindesbeinen an. Sein Zeichenlehrer ist den Boizenburgern gut bekannt. Walter Höll erkannte das Talent seines Schülers, und er förderte es. Der ist inzwischen 55 Jahre und machte seinen Enkel Malte zum Helden seiner Episoden, die ihrerseits eine generationsübergreifende Leserschaft zu begeistern vermögen. Die Books on Demand GmbH Norderstedt gab bereits vier Cartoonbände von Bernhard Mannheim heraus. Die fünfte Ausgabe mit den Abenteuern des Jünglings Malte Manboss erscheint im Dezember., erzählt der Autor und Zeichner Harald Jäschke.

Der Bürgermeister von Boizenburg findet Gefallen an der komischen Kunst. Es gefällt ihm besonders, dass in schöner Regelmäßigkeit auch Motive aus der Elbestadt zu entdecken sind. Das ist Werbung pur, die sich längst in der Hamburger Comic-Szene herumgesprochen hat. Da gilt Bernhard Mannheim längst als absoluter Geheimtipp. Auch in Boizenburg wächst sein Bekanntheitsgrad. Die 52. Rathausgalerie trägt ihren Anteil dazu bei.

Bernhard Mannheim zeigte sich auf das Ausstellungsangebot durchaus ein wenig freudig überrascht. Wie er meinte, hätte er nicht geglaubt, dass es an dieser repräsentativen Stätte Platz für seine Werke geben könnte. Ausdrücklich lobte er die gute Zusammenarbeit mit den für die Kultur Verantwortlichen der Stadt, die er im Vorfeld und vor allem auch beim Aufbau der Exponate erlebte. Diesen Dank wird der Verwaltungschef gern weiterleiten.

Harald Jäschke empfiehlt, sich für die Besichtigung Zeit zu lassen. Er habe mehr in den Bildern gesehen, je länger er sie anschaute. Das gehört mit zur persönlichen Handschrift des Mannes, der sich bei passender Gelegenheit ab und an auch mal als einen Hobbykritzler charakterisiert. Mittlerweile würde Band 6 in seinem Kopf Gestalt annehmen. Der alltägliche Wahnsinn liefert ihm zuverlässig, gleich einer unversiegbaren Quelle, immer wieder Ideen am laufenden Band. Eine kleine Rolle für Harald Jäschke hat er dabei auch parat. Der Verwaltungschef wird von seinem Bürofenster aus eine Kürbisschlacht auf dem Marktplatz beobachten.

Die Ausstellung gibt nur einen kleinen Einblick in das umfangreiche Schaffen. Etwa 100 Seiten umfassen seine Comics. Da braucht es um die 1000 Bilder. Die Auswahl für die Rathausgalerie fiel ihm, wie er eingestand, alles andere als leicht. Harald Jäschke findet sie gelungen.

Der Rundgang durch den Flur des Obergeschosses des Gebäudes offenbarte noch eine zweite künstlerische Ader von Bernhard Mannheim. Auf der einen Seite dominieren die Farben, vis-a-vis die komisch überzeichnete Darstellung von Menschen oder aktuellen gesellschaftlichen Zuständen. Als Karikaturist nimmt er zu der Situation im Gesundheitswesen und zu genmanipulierten Lebensmittel sarkastisch-ironisch Stellung. Auch die Euro-Krise war für ihn ein Thema. Unübersehbar schwimmt der Euro im Boizenburger Hafenbecken. Ob er nun untergeht oder für seine Rettung "gewaschen" wird, sei eine reine Ansichtssache.