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Strategie der Grünen Klare Kante gegen die AfD

Von Gabriel Kords | 22.08.2016, 21:00 Uhr

Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt rät zur Auseinandersetzung. Kritik an Burka-Debatte

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat dazu aufgerufen, die Sympathisanten der AfD im Wahlkampf nicht pauschal auszugrenzen. Man solle vielmehr versuchen, sie für die Gesellschaft zurückzugewinnen, sagte sie gestern in Stralsund. „Wir sollten uns auch um die Menschen kümmern, die zuletzt aus Protest die AfD gewählt haben. Die dürfen wir nicht verloren geben. Unsere Botschaft muss sein: Wir wollen, dass ihr dazugehört.“ Die Grünen stünden für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklasse und keine Menschen ausgrenze.

Wo andere ausgegrenzt würden – etwa durch die AfD oder ihre Sympathisanten – müsse man einschreiten, forderte Göring-Eckardt. „Wer rassistisches Zeug redet, sich homophob oder rechtsextrem äußert, dem müssen wir die klare Kante zeigen.“ Göring-Eckardt kritisierte auch die aktuelle Debatte über ein weitgehendes Verbot der Vollverschleierung: „Ich verstehe nicht, dass ausgerechnet aus MV dieser Vorschlag kommt“, sagte sie in Anspielung auf CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier (CDU), der das teilweise Verbot gemeinsam mit seinen Innenministerkollegen der Union gefordert hatte. Im Landtagswahlkampf von MV habe das Thema nichts zu suchen, sagte Göring-Eckardt, die den Vorschlag ablehnt. Aus Sicht der CDU gebe es offenbar keine größeren Probleme im Land. 

Göring-Eckardt nahm gestern Wahlkampf-Termine in Vorpommern wahr, deren Schwerpunkt die Situation der sozialen und kirchlichen Arbeit im Land war. Sie besuchte unter anderem in Begleitung des Greifswalder Bischofs Hans-Jürgen Abromeit das Stralsunder Nachbarschaftszentrum Grünhufe.