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Fall Emma in Wolgast Kind im Bad verbrüht: Mutter wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht

Von Birgit Sander | 27.11.2019, 11:50 Uhr

Eine Dreijährige erleidet beim Baden Verbrennungen zweiten Grades und stirbt. Nun steht die Mutter vor Gericht.

Im Prozess um den Tod eines dreijährigen Mädchens nach einem heißen Bad hat die Mutter am Mittwoch am Amtsgericht Greifswald ihre Schuld im Wesentlichen eingestanden. Die nach Angaben eines Gutachters leicht intelligenzgeminderte 28-Jährige sagte, sie habe vergessen, das Wasser zu testen „wie andere Muttis“.„Ich habe Bockmist gebaut“, sagte die Mutter von vier Kindern.

Staatsanwaltschaft wirft der Frau fahrlässige Tötung vor

 Sie soll ihre Tochter im Oktober 2018 in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) so heiß gebadet haben, dass die kleine Emma Verbrühungen zweiten Grades an Beinen und Gesäß erlitt. Die Staatsanwaltschaft vermutete, die Frau habe aus Angst vor Konsequenzen des Jugendamts nicht rechtzeitig einen Arzt geholt. Erst als sie am nächsten Morgen das Kind reglos im Bett fand, habe sie die Rettungsstelle angerufen.

Eine rechtsmedizinische Gutachterin erklärte, der Tod sei durch die Verbrühung von 28 Prozent der Körperoberfläche verursacht worden. Die Haut habe dem Kind in Fetzen von den Füßen gehangen. Es müsse für kurze Zeit in sehr heißes Wasser gehalten oder gesetzt worden sein. „Das ist sehr schmerzhaft“, sagte sie. Es müsse geweint und geschrien haben, was die Mutter abstritt. Hätte das Kind sofort ärztliche Hilfe erhalten, wäre es nach Ansicht der Gutachterin zu retten gewesen.

Nicht in der Lage, ein Kind zu versorgen

Die 28-Jährige ist nach Ansicht eines psychiatrischen Gutachters aufgrund ihrer Intelligenzminderung nicht in der Lage, ein Kind alleine zu versorgen. Das Jugendamt hatte ihr und ihrem Ehemann die Auflage erteilt, sich gemeinsam um die Kinder zu kümmern. Der Vater hatte zwei Wochen vor dem Unglück eine Arbeit in Hamburg angenommen.

Zwei ältere Töchter der Frau wachsen in Pflegefamilien auf.

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