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Integrationsbeauftragte MV Kennen Sie Dagmar Kaselitz?

Von Frank Pfaff/Birgit Sander | 05.12.2017, 20:45 Uhr

Integrationsbeauftragte ein Jahr im Amt. Linke beklagt geringe Bedeutung

Die Berufung einer Landesintegrationsbeauftragten hat sich nach Einschätzung der zuständigen Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) als richtig und notwendig erwiesen. Die Integration von ausländischen Mitbürgern sei ein laufender Prozess und bedürfe eines offenen Klimas in der Gesellschaft. In der Funktion der Integrationsbeauftragten habe sich Dagmar Kaselitz in ihrer bislang einjährigen Amtszeit als „wichtiger Brückenbauer zwischen Haupt- und Ehrenamt“ erwiesen, betonte Drese gestern in Schwerin.

Ihren Angaben zufolge hat sich die Zahl der in MV lebenden Ausländer seit 2012 mehr als verdoppelt. Von den Ende Oktober 2017 im Nordosten registrierten 73 700 Ausländern seien knapp 30 Prozent Flüchtlinge gewesen. Das Integrationskonzept des Landes werde an die neuen Herausforderungen angepasst und mit allen Betroffenen beraten: „Wir wollen ein gutes, langfristig wirkendes Integrationskonzept und keinen Schnellschuss“, so Drese.

Als Reaktion auf die gewachsene Zahl von Flüchtlingen hatte die SPD/CDU-Landesregierung im Vorjahr Kaselitz als Integrationsbeauftragte eingesetzt. Sie unterstützt ehrenamtlich tätige Hilfsorganisationen, vermittelt Erfahrungen und hält Verbindung zu Kommunen und Kreisen. „Ich bin im ersten Jahr viel unterwegs gewesen, habe 281 Termine wahrgenommen, Kontakt gesucht und ein Netzwerk geknüpft“, sagte die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete. Die Hilfsbereitschaft in den Gemeinden und Städten sei weiterhin groß, äußere sich inzwischen aber mehr in individueller Betreuung.

Für 2018 kündigte Kaselitz eine landesweite Integrationskonferenz an. Zudem wolle sie sich stärker um die Situation in den größeren Städten und um die Umsetzung von Gewaltschutzkonzepten in Flüchtlingsunterkünften kümmern.

Die oppositionelle Linke erneuerte ihre Kritik an der Position der Integrationsbeauf-tragten. „Es ist beschämend und verantwortungslos, welche geringe Bedeutung die Landesregierung der Integration von Migrantinnen und Migranten und der dafür verantwortlichen Beauftragten beimisst. Sie lassen diese mit dieser wichtigen und anspruchsvollen Aufgabe im Regen stehen“, erklärte die Linken-Abgeordnete Karen Larisch. Kaselitz sei zwar guten Willens und bemühe sich redlich. „Als Einzelkämpferin ohne Befugnisse steht sie aber auf verlorenem Posten und kann bei weitem nicht die erforderlichen Ergebnisse erzielen.“ Sie forderte u.a. leichteren Zugang zu Deutschkursen sowie zu Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge.