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Rehabilierter Chef der Rostocker Unimedizin Keine Rücksicht auf öffentliche Erwartungen

20.07.2018, 21:26 Uhr

Die Universitätsmedizin Rostock hat ab Montag ihren Ärztlichen Direktor zwar wieder, ganz ohne Blessuren kommt er jedoch nicht zurück ins Amt

Nach der Wiedereinsetzung des suspendierten Vorstandschefs der Universitätsmedizin Rostock, Prof. Christian Schmidt, zumindest in sein Amt als Ärztlicher Vorstand, hält ihn sein Kölner Anwalt Rolf Bietmann für „vollständig rehabilitiert“. Mit dem UMR-Aufsichtsratsvorsitzenden, Bildungsstaatssekretär Sebastian Schröder (SPD), sprach Michael Seidel:

Herr Staatssekretär, die heutige Entscheidung wirkt nicht wie eine „vollständige Rehabilitierung?

Uns ging es darum zu prüfen, ob das Vertrauensverhältnis zu Herrn Schmidt so ist, dass wir weiter miteinander arbeiten können. Darauf lautet die Antwort eindeutig: Ja. Soweit Verstöße gegen einzelne Dienstvorschriften in Rede standen, steht dies einer weiteren Zusammenarbeit aber nicht entgegen.

Rechnen Sie trotz dieser Einigung mit Schadenersatzklagen, etwa wegen Rufschädigung?

Hierfür sehe ich keine Grundlage. Wir haben alles gemacht, was notwendig war, um sorgfältig alle Vorwürfe zu prüfen, haben aber nie auch nur ansatzweise Anlass für eine Vorverurteilung gegeben.

Auch regierungsintern gab es uns gegenüber Unbehagen über die Länge der Prüfung und die Verschwiegenheit des Aufsichtsrats.

Wir können keine Rücksicht auf öffentliche Erwartungen nehmen. Aufsichtsräte sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, insbesondere in Personalangelegenheiten. Ich habe aus der Landesregierung, die mit drei Vertretern im Aufsichtsrat dabei ist, keine Kritik vernommen.

Warum war angesichts der dürftigen Indizienlage überhaupt eine Freistellung nötig?

Wir waren in der Pflicht, alles in Rede stehende sorgfältig zu prüfen. Zum Zeitpunkt der Entscheidung waren das durchaus ernstzunehmende Vorwürfe. Da war es geboten, Herrn Schmidt vorläufig freizustellen.