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Weihnachtsspendenaktion Karen Herborn – Helferin aus Leidenschaft

Von Dörte Rahming | 17.12.2022, 08:00 Uhr

Die Rostockerin Karen Herborn hat beim ASB-Wünschewagen ihr ideales Ehrenamt gefunden.

Ein kleiner, gemütlicher Raum, ein bisschen versteckt neben dem Alten Strom in Warnemünde – das ist das Refugium von Karen Herborn. Menschen, die hierher finden, tragen große Probleme mit sich herum und hoffen, dass die Heilpraktikerin in der Psychotherapie ihnen helfen kann. Seit 2016 hat sie sich dieses zweite Standbein aufgebaut, wendet in erster Linie Hypnose an.

Im Hauptjob ist sie Arzthelferin – ihr Traumberuf. „Es verbindet das Medizinische mit der Verwaltung“, sagt die 56-Jährige. „Ich mag Logistisches, Struktur und Papierkram. Und ich mag es, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen.“ Sie attestiert sich selbst ein Helfersyndrom und fühlt sich in ihrem Job „komplett wohl“, wie sie sagt.

Herborn stammt aus Flensburg, lebt aber schon seit 25 Jahren in Rostock. „Meine Kinder und Enkelkinder wohnen hier, ich habe einen tollen Freundeskreis – ich gehe hier nicht weg“, lächelt sie. Ihre Selbstständigkeit sei eine logische Weiterentwicklung. „Ich wollte noch etwas Neues lernen, meine Perspektiven erweitern.“ Schnell fiel die Wahl auf Hypnose. „Ich hatte aus reiner Neugier ein Seminar besucht und wusste sofort, das ist es.“

Hypnose ohne Kontrollverlust

Es folgte eine spezielle Ausbildung inklusive staatlicher Prüfung. Nun empfängt sie jede Woche mehrere Klienten in dem anheimelnden Raum in Warnemünde. Nach einem Gespräch lehnen sie sich zurück und tauchen mit der Hypnose in ihr Unterbewusstsein ab. So bearbeiten sie Themen wie Schmerz, Angst oder Trauer, aber auch Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung. Einige glauben zu Anfang, diese Therapieform würde bei ihnen nicht funktionieren, probieren sie aber aus, weil ihr Leidensdruck groß ist und andere Versuche erfolglos blieben. Mit Kontrollverlust habe die Hypnose nichts zu tun. „Der Verstand ist immer da, man ist jederzeit Herr der Lage. Das ist wichtig, damit man sich danach an die Erkenntnisse erinnert, die man gewonnen hat. Denn man möchte ja das Problem erkennen, bearbeiten und damit die Lage verändern.“

Höchstens zwei Sitzungen pro Tag nimmt sie sich vor, die jeweils anderthalb bis zwei Stunden dauern. „So habe ich die volle Konzentration für denjenigen.“ Manchen Klienten kann die Therapeutin schon mit einer Sitzung helfen, andere kommen über Jahre immer wieder.

Unterstützung auch für Kollegen

In ihrer Freizeit reitet Karen Herborn gern oder fährt Motorrad. Und weil dann immer noch Zeit und Kraft übrig waren, suchte Herborn nach einem passenden Ehrenamt. „Ich habe ein tolles Leben mit vielen guten Dingen – davon wollte ich etwas weitergeben.“ Schon als sie das erste Mal vom ASB-Wünschewagen hörte, fiel die Entscheidung: Das ist es. „Es hat mich noch mehr Demut gelehrt für das, was ich habe.“ Oft seien die Wünschenden sehr glücklich über den Ausflug, merken aber schneller als gedacht, wie anstrengend es für sie ist. „Aber diese Menschen sehen schon sehr viel klarer als wir, wie endlich das Leben ist – deshalb genießen sie es besonders.“

Auch für ihre Ehrenamts-Kollegen ist Herborn zur Ansprechpartnerin geworden – mit dem, was sie als Heilpraktikerin kann. „Wir alle haben schon Negatives erlebt, meist ist das ganz tief in uns abgelegt. Aber irgendwann kann es sein, dass es wieder hochkommt und uns erwischt“, erklärt sie. Dann belaste denjenigen nicht das traurige Schicksal des Wünschenden, sondern die Verknüpfung zum eigenen Erleben. „Wenn zum Beispiel eine Mutter früher mal riesige Angst um ihr Kind hatte und jetzt ein todkrankes Kind erlebt, kann die eigene Angst wieder hochkommen. Das ist völlig emotional, ohne Logik.“ Sie hilft, diesen Zusammenhang herauszufinden und aus heutiger Perspektive zu bewerten.

Bei jedem Einsatz sei eine gewisse Distanz wichtig, meint die Ehrenamtlerin. „Ich begleite die Fahrten mit all meinem Sein. Aber danach ist es für mich beendet, das ist gesund für mich.“ Innerhalb von zwei Jahren hat Karen Herborn nun schon 25 Touren begleitet. „Was von allen Fahrten bleibt, ist das Strahlen in den Augen.“

Mehr Informationen:

Spendenkonten:

ASB-Landesverband MV e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00
BIC: BFSWDE33BER

ASB-LV Brandenburg e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401
BIC: BFSWDE33BER

Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

Benötigen Sie eine Spendenquittung, schreiben Sie bitte Ihren Namen und Ihre Adresse in die Zeilen für den Verwendungszweck.

Wunschanmeldungen:
www.wuenschewagen-mv.de
www.asb-lv-bbg.de/wuenschewagen

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