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Weihnachtsspendenaktion Kapitän Klim Hähnlein ist mit an Bord des Wünschewagens

Von Sebastian Lohse | 28.12.2021, 12:05 Uhr

Nachdem er von Bord seines Schiffes gegangen ist, engagiert sich Klim Hähnlein ehrenamtlich und erfüllt letzte Wünsche.

Gern wäre er bei seinen Eltern gewesen, als sie im Sterben lagen. Doch Klim Hähnlein war als Kapitän auf See im Dienst. Als sein Vater ins Krankenhaus kam, fand sich jedoch eine Ablösung für ihn. „So konnte ich ihm noch einmal seinen fünf Monate alten Enkel in den Arm legen.“ Eigentlich wollte er seinen Vater zu sich nach Hause holen, um ihn dort selbst zu pflegen. Doch er verstarb kurz vorher.

Es ist ein Ereignis, das Klim Hähnlein geprägt hat. „Ich hätte mir gewünscht, ihm auch einen letzten Wunsch zu erfüllen“, sagt er. Heute setzt er sich als Ehrenamtlicher dafür ein, dass andere Menschen ein letztes Mal auf Reisen gehen können.

Als Neuling im Wünschewagen-Einsatz

Seit November engagiert sich der 62-Jährige für das Wünschewagen-Projekt. Erfahren hat er davon vor ein paar Jahren in unserer Zeitung. „Ich fand es schon immer sehr toll, was da gemacht wird.“ Als er zur See gefahren ist, hatte er dafür keine Zeit. Nachdem er in diesem Jahr arbeitslos wurde, hat Klim Hähnlein Zeit, wie er sagt. Also meldete er sich beim Arbeiter-Samariter-Bund und bot seine Hilfe an.

Kurz danach stand schon die Premierenfahrt an. „Die erste Meldung, die reinkam, war direkt mein erster Einsatz“, erinnert sich Klim Hähnlein. Aus einem Hospiz in Eggesin nahe der polnischen Grenze hat er mit den anderen beiden Ehrenamtlichen den Wünschenden abgeholt. Der Mann wollte die Hochzeit seines Enkels nahe der Nordsee miterleben. „Er war schon ganz aufgeregt. Die Pflegerinnen meinten, er hätte die ganze Nacht nicht schlafen können“, erzählt Klim Hähnlein.

Auch die Frau des Wünschenden aus Pasewalk durfte mit. Zusammen ging es ins niedersächsische Norden an der Nordsee zur Hochzeit. „Es war ein schönes Erlebnis, vor allem auch für die beiden“, fasst der Ehrenamtliche die Reise zusammen.

Ein beeindruckendes Erlebnis

Für Klim Hähnlein war es eine wichtige Erfahrung. „Das war keine Trauerfahrt. Es war toll, dass die Beteiligten alle sehr positiv an die Sache rangingen.“ Er habe viele nette und sympathische Menschen kennengelernt. „Es war sehr beeindruckend für mich, den Menschen, die sterbenskrank sind und wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben, ein paar Glücksmomente vermitteln zu können.“

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Sein berufliches Glück fand Klim Hähnlein auf dem Wasser. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er zur See gefahren. „Ich habe das von der Pike auf gelernt.“ Dafür ist er aus seiner Heimat Thüringen an die Ostsee gezogen. Während seines späteren Nautik-Studiums hat er eine Gesundheitsausbildung erfahren. „Die medizinische Betreuung an Bord der Seeleute und der Fahrgäste wird von den nautischen Offizieren übernommen“, erklärt der erfahrene Kapitän.

Hochachtung für Pflegerinnen und Palliativschwestern

Erfahrungen im Bereich Pflege hat Klim Hähnlein hingegen nicht. „Aber aus der Familie weiß ich, wie schwer der Job eigentlich ist.“ Seine beiden Schwestern sind mittlerweile Rentnerinnen, haben aber in der Pflege gearbeitet. Seine Frau ist Krankenschwester und sein Sohn arbeitet als Notfallsanitäter. Dadurch hatte er bereits eine Ahnung davon, was der Einsatz beim Wünschewagen bedeutet.

Vor allem von der ehrenamtlichen Arbeit der Pflegerinnen und Palliativschwestern ist er begeistert. „Absolute Hochachtung vor allen Ehrenamtlern, die das neben ihrem Beruf auch noch in ihrer Freizeit oder sogar im Urlaub machen“, betont er. Das Nebenbei hat er den Frauen auf seiner ersten Fahrt nicht angemerkt. „Es war toll zu sehen, wie liebevoll sie mit dem Wünschenden umgegangen sind. Ich hatte gar keine Chance, irgendetwas zu machen“, sagt er mit einem Lachen.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Angst vor zukünftigen Fahrten hat Klim Hähnlein nicht. Im Gegenteil. Er will einfach nur helfen. „Mein Gedanke weiterzumachen ist bestärkt worden. Das ist eine sinnvolle Aufgabe, die ich jetzt noch machen kann“, meint er zuversichtlich. Für die Zukunft hofft er, dass der Wünschewagen noch bekannter wird, auch hierzulande. „Damit mehr Leute spenden können und das Projekt weitergeht.“

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Helfen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, letzte Wünsche zu erfüllen.Spendenkonto:ASB-Landesverband MV e.V.Bank für SozialwirtschaftIBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00BIC: BFSWDE33BERStichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“ASB-LV Brandenburg e.V.Bank für SozialwirtschaftIBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401BIC: BFSWDE33BERStichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“Benötigen Sie eine Spendenquittung, schreiben Sie bitte Ihren Namen und Ihre Adresse in die Zeilen für den Verwendungszweck.