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Parchim Jetzt kommt das Streusalz aus Marokko

Von Udo Mitzlaff | 08.02.2010, 06:40 Uhr

Jetzt muss Petrus helfen.

Landrat Klaus-Jürgen Iredi (SPD) schickte einen Stoßseufzer in Richtung Himmel: "Wir müssen beten, dass kein Glatteis kommt. Schneien darf es. Aber unsere Salzvorräte neigen sich wieder dem Ende zu."

Dieser Winter macht den Kreisstraßenmeistereien arg zu schaffen. Bisher haben die 24 Mitarbeiter auf zwölf Fahrzeugen 1107 Tonnen Salz auf die 420 kilometer Kreisstraßen befördert - im Interesse der Sicherheit. Iredi: "Seit Anfang des Jahres sind die Mitarbeiter der Meistereien in Crivitz, Dargelütz und Lübz fast täglich im Einsatz, Allen, die vergessen hatten, dass Schnee und Eis zu dieser Jahreszeit dazu gehören, wird dieser Winter im Gedächtnis haften bleiben." In den vergangenen Jahren waren die Meistereien während des Winterhalbjahres durchschnittlich an insgesamt 30 bis 40 Tagen im Winterdiensteinsatz. Bis Mitte Januar ware es in dieser Periode schon 30 Einsatztage. Anlass für den Landrat, den Mitarbeitern der Kreis straßenmeistereien zu danken: "In unserem Zuständigkeitsbereich funktioniert der Winterdienst sehr gut. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitern für ihre Einsatzbereitschaft und für die Aufgabenerfüllung unter widrigsten Bedingungen."

Die chronischen Engpässe bei der Streusalzversorgung machen auch dem Landkreis zu schaffen. Bis zum Wochenende waren die Lager zunächst wieder leer. Jetzt kommt Hilfe aus Marokko. Landrat Klaus-Jürgen Iredi: "Im Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung wurde ein Bieter beauftragt, der das Salz aus Spanien beziehungsweise Marokko importiert. Trotz vereinbarter Sanktionen bei Überschreitung der Lieferfristen kam es zu Engpässen bei der Belieferung." In diesem Fall halfen die Straßenmeistereien des Landes aus.

Zur Kritik von Umweltschützern am Streusalzeinsatz kontert Iredi: "Bei den heutigen Verkehren auf den klassifizierten Straßen ist der Einsatz von Salz alternativlos. Einerseits wird erwartet und gefordert, dass die Straßen schnee- und eisfrei sind, andererseits wird erfahrungsgemäß dann wieder spätestens ab April die Diskussion zum Salzeinsatz, zum Schutz der alleen und zu Salzalternativen geführt werden."

Der Landkreis Parchim minimiere den Salzeinsatz durch die vorhandene Feuchtsalztechnologie ohnehin auf ein Minimum. Die Salzmenge wird dabei computergestützt berechnet und als Lauge aufgesprüht. Teuer wird dieser Winter allemal: 600 000 Euro sind im Landkreis Parchim für 2010 geplant.