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Studie der Krankenkasse KKH Jeder neunte Einwohner in MV leidet unter Depressionen

Von Iris Leithold/dpa | 25.05.2020, 11:27 Uhr

Im Jahr 2018 hätten Ärzte bei rund 5000 Versicherten im Nordosten eine depressive Episode diagnostiziert. Das Problem könnte sich durch die Corona-Krise weiter verschärfen.

Immer mehr Menschen in Mecklenburg-Vorpommern leiden der Krankenkasse KKH zufolge unter Depressionen. Im Jahr 2018 hätten Ärzte bei rund 5000 KKH-Versicherten im Nordosten eine depressive Episode diagnostiziert, teilte die Kasse am Montag mit. Im Vergleich zu 2008 bedeute das ein Plus von 50 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern sei mittlerweile jeder Neunte an einer Depression erkrankt. Vor allem Frauen seien gefährdet: Sie sind der KKH zufolge etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Allerdings steige die Zahl bei Männern schneller.

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Krankheit möglichst früh behandeln

In der Corona-Krise dürfte sich das Problem weiter verschärfen, so die Kasse weiter. Gründe seien Isolation, Streit in der Familie, Existenzängste durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder Insolvenz.

Von einer Depression Betroffene fühlten sich extrem niedergeschlagen, seien erschöpft und antriebslos, verlören ihre Interessen und könnten darüber hinaus von Schlaflosigkeit, Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und Konzentrationsstörungen geplagt sein. Depressive Männer seien eher gereizt und neigten zu Aggressionen. Eine Depression sei eine schwere Krankheit und müsse so früh wie möglich behandelt werden. Bei einem Verdacht führe der erste Weg zum Hausarzt. Er überweise dann an einen Psychiater oder Psychotherapeuten.

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