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Apontas verlegt Standort Inkassofirma Sumte: Umzug kostet Jobs

Von Maria Nielsen | 06.11.2012, 09:48 Uhr

Nun ist es offiziell: Die Inkassofirma Apontas verlegt den Standort von Sumte nach Hannover. Mitarbeiter, die nicht mitgehen, verlieren ihren Job. Nur die Verwaltung bleibt.

Nun ist es offiziell: Die Firma Apontas-die Forderungsmanager (vormals AIS-Bürodorf) aus Sumte verlegt ihren Standort nach Hannover. Von den 120 Mitarbeitern verbleiben nur eine handvoll in Sumte. Sie kümmern sich um die Verwaltung der Akten und den Postein- und -ausgang. Auch der Firmensitz bleibt zunächst in Sumte. Alle anderen Abteilungen werden in die niedersächsische Hauptstadt verlegt.

Überlegungen, aus Sumte wegzugehen, gab es schon seit längerer Zeit. "Über die Nachteile eines so abgelegenen Standortes haben wir schon des öfteren gesprochen", bestätigte Geschäftsführer Andreas Tafel gestern im Gespräch mit SVZ. "Nun haben sich Gesellschafter, Management und Beirat auf einen Umzug verständigt." Für die Mitarbeiter sei diese Entscheidung nicht überraschend, weil sie seit Wochen und Monaten diskutiert worden sei, nun habe die Ungewissheit ein Ende. "Ab dem neuen Jahr werden dann die Änderungskündigungen ausgesprochen", war von Personalchefin Gabriele Schüler zu erfahren. Wer mit nach Hannover gehen will, der behält seien Arbeitsplatz, wer nicht mitgeht, verliert ihn.

Das Unternehmen wurde 1971 gegründet und war bis 1993 in Hamburg ansässig. Seit 1993 dann arbeitete die Firma, die sich mit allen Bereichen des Inkassogeschäfts befasst, in Sumte. Hier wurde das AIS-Bürodorf errichtet. Geschäftsführer war Rudi Weinmann und mit ihm in dieser Position erlebten Mitarbeiter und Betrieb turbulente Zeiten. Im April 2007 legte er seine Tätigkeit als Geschäftsführer nieder, nachdem der Versuch, über finanzielle Beteiligungen der Mitarbeiter wieder Kapital ins Unternehmen zu spülen, von den Gesellschaftern (Bremer Sparkasse, Kaufleute aus Bremen) abgelehnt worden war. Alle noch von Rudi Weinmann ausgesprochenen Kündigungen wurden vom Interimsgeschäftsführer Wolfgang Götz zurückgenommen und dann nach Sozialplan ausgesprochen. Das Unternehmen hatte in guten Zeiten 240 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele der Angestellten mit nach Hannover gehen werden, kann zurzeit nicht beziffert werden. Bei Apontas arbeiten hauptsächlich Frauen (etwa zu 80 Prozent). Die Mitarbeiter kommen in etwa je zur Hälfte aus Mecklenburg und Niedersachsen. Apontas war bisher im Amt Neuhaus neben der Kontrast-Holzbearbeitung in Pinnau einer von zwei größeren Arbeitgebern. Für die strukturschwache Gegend ist die Aufgabe des Standortes, die sich im Laufe des kommenden Jahres vollziehen wird, somit ein herber Schlag.