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Klinikum als Teilnehmer des bundesweiten „TraumaNetzwerkes“ In Plau beste Hilfe für Schwerverletzte

Von Ilja Baatz | 04.12.2010, 02:25 Uhr

Als einem der ersten teilnehmenden Krankenhäuser in MV wurde dem Plauer Klinikum bescheinigt, dass es Bestandteil des "TraumaNetzwerkes" sein wird. Geplant ist, das Vorhaben bis März 2011 zu verwirklichen.

Mittlerweile haben landesweit neun Einrichtungen alle Kriterien erfüllt, vorgesehen sind 19. Das Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern führt die von Chefarzt Prof. Dr. Thomas Mittlmeier geleitete Unfallchirurgie der Universität Rostock.

Bei dem Projekt der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie geht es darum, Zentren zur Behandlung von Schwerverletzten auszuweisen. Wenn das Netzwerk steht, sollen Patienten genannter Kategorie möglichst nur in den ausgewählten Häusern mit dem Ziel versorgt werden, die Qualität zu verbessern. Als schwer verletzt bezeichnen Mediziner einen Menschen, bei dem die Sterbewahrscheinlichkeit auf jeden Fall über 50 Prozent beträgt und der in der Regel in mehreren Körperregionen verwundet ist. "Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass nur eine einzige, sehr spezielle Verletzung vorliegt, die ein Überleben akut gefährdet", sagt Privat-Dozentin Dr. Angela Olinger.

Das Plauer Mediclin-Krankenhaus hat sich vor zwei Monaten um die Auszeichnung beworben. Daraufhin kontrollierte die auf Krankenhäuser spezialisierte Mitarbeiterin eines Zertifizierungsunternehmens das Klinikum. Ihr Urteil entschied über den Erfolg der Bewerbung. "Die Bewertung war äußerst streng", sagt Dr. Olinger. "Niemand wusste, wo wir hingehen, welcher Schrank geöffnet oder in welche Ecke geschaut wird. Es begann mit dem Verfallsdatum der kleinsten Tablettenpackung, reichte über die rund um die Uhr abzusichernde Anwesenheit von bestimmten Fachärzten, den Standort von Geräten, die Untersuchung von Sterilität und endete an der Ausstattung des Hubschrauberlandeplatzes."

Die ersten Stunden der Behandlung eines Schwerverletzten gelten ausschließlich der Lebenserhaltung und dem Erstellen einer kompletten Diagnostik. Erst danach gehe es um "Feinheiten", zu denen zum Beispiel zählt, die Funktion von Gliedmaßen oder anderen Körperteilen und Fähigkeiten in der Zukunft zu sichern.