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Neuer Höchststand Immer mehr Menschen in MV haben mehr als einen Job

Von Iris Leithold | 03.02.2019, 20:00 Uhr

Neben der eigentlichen Arbeit nehmen immer mehr Menschen einen Minijob an. Viele sind auf das zusätzliche Geld angewiesen.

Immer mehr Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gehen mehr als einem Job nach. Ihre Zahl erreichte Mitte 2018 mit 30 906 einen Höchststand, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es 29 150 gewesen und noch ein Jahr davor 28 134. Vier von hundert sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hatten demnach einen Minijob neben ihrer eigentlichen Arbeit.

Die Tendenz zu mehreren Jobs setzt sich auch bundesweit seit Jahren fort. In Deutschland hatten Mitte 2018 rund 3,4 Millionen Menschen mehr als einen Job. Ein Jahr zuvor waren es knapp 3,3 Millionen gewesen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für geringfügig entlohnte Beschäftigung im Nebenjob gelten seit 2003. 2004 waren bundesweit 1,86 Millionen Menschen mit mindestens zwei Stellen registriert, in Mecklenburg-Vorpommern rund 18 000.

Deutliche Unterschiede beim Verdienst

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Forschungseinrichtung der BA, wies darauf hin, dass Nebenjobber im Schnitt in ihrem Hauptjob deutlich weniger verdienten als Menschen ohne Nebenjob. Nach einer Studie des Instituts bekommen Nebenjobber in ihrer Hauptbeschäftigung im Schnitt etwa 570 Euro im Monat weniger als Personen mit nur einem Job. IAB-Forschungsbereichsleiter Enzo Weber sagte der dpa: «Das deutet darauf hin, dass relativ viele Nebenjobber auf das zusätzliche Geld angewiesen sind.» Das treffe aber nicht auf alle zu.

Zweitjobs kämen nicht nur in bestimmten Branchen, bei bestimmten Personen oder im Fall bestimmter Motive vor, sagte Weber. «Nebenjobs streuen breit.» Bei der Kombination einer sozialversicherungspflichtigen Stelle mit einem Minijob sind 28,5 Prozent der Zweitjobs in allgemeinen Dienstleistungsberufen.

Nicht nur finanzielle Gründe

Die IAB-Studie stellt fest, dass es neben finanziellen Motiven auch andere Gründe für einen Zweitjob gibt, etwa den Hauptjob um Tätigkeiten zu ergänzen, die Spaß machen oder Prestige einbringen. «Beispiele sind der Universitätsprofessor, der als Berater in Wirtschaft oder Politik tätig ist, oder aber der Fließbandarbeiter, der abends gegen Entgelt Konzerte mit der Band gibt.»

Vor allem aber machte Weber darauf aufmerksam, dass der erste Minijob im Nebenjob für den Arbeitnehmer komplett steuer- und abgabenfrei ist. «So eine starke Subvention möchten dann natürlich ganz verschiedene Personen nutzen.»