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Kulturforum Pampin besteht fünf Jahre Ideenschmiede wird erwachsen

Von Wolfried Pätzold | 31.10.2011, 05:52 Uhr

Die 7- bis 12-jährigen Jungen und Mädchen der Perleberger Geschwister-Scholl-Schule sind von Kunst begeistert wie ihr großes Vorbild Benjamin Schubert.

Die 7- bis 12-jährigen Jungen und Mädchen der Perleberger Geschwister-Scholl-Schule, die im Gol denen Herbst ins mecklenburgische Pampin kamen, sind von Kunst begeistert wie ihr großes Vorbild Benjamin Schubert. Der diplomierte Maschinenbauer, der sich seit Jahren als Lebenskünstler mit wichtigen Fragen unserer Zeit auseinandersetzt, sorgt nun im Pampiner Skulpturenpark für Aufsehen. Das hat sich auch in der brandenburgischen Nachbarregion herumgesprochen. So wie Schubert haben die Kinder Fundstücke aus Metall und Holz zusammengetragen, um inspiriert von den "Transformationen" des Künstlers mit eigener Fantasie Neues, Kunstvolles zu formen. "Das macht Freude, mit anzusehen, wie junge Leute mit Begeisterung bei der Sache sind", meint Professor Dr. Wolfgang Vogt, der zusammen mit seiner Frau Ortrun Venth-Vogt den Skulpturenpark vor fünf Jahren als ein Baustein des Pampiner Kulturforums aus der Taufe gehoben hat.

Kulturelles Juwel in reichhaltiger Natur

Die Hamburger hatten vor acht Jahren per Zufall das leer stehende Gehöft im idyllischen Ringdorf Pampin entdeckt und sich in die Kulturlandschaft der Ruhner Berge quasi auf den ersten Blick verliebt. Ideen hatten sie zuhauf im Gepäck: Aus der ehemaligen Koppel wird ein Skulpturenpark und die Basilika ähnliche Scheune zur Kulturhalle. "Ein Konzept, das schon jetzt fesselt, Erwartungen weckt, Vorfreude auslöst...", gab 2006 der damalige Kulturminister Prof. Dr. Hans-Robert Metelmann im Gästebuch zu Protokoll. Der Mann sollte Recht behalten. Schon Wochen später konnte hier eine "Zeit-Raum-Installation" des Künstlers Benjamin Schubert und der Architektin Maret Riemer (beide aus Hamburg) eingeweiht werden. Hinzu kamen zwei Monumentalskulpturen des Bildhauers Benjamin Schubert, darunter die Metallplastik "Zeitformen", die seit 2009 in der Kreisstadt Parchim ihren Platz bekommen hat. Der Grundstein für den Skulpturenpark Pampin war gelegt und mit Hilfe von europäischen Fördermitteln wächst ein kultureller Leuchtturm, der bereits nach wenigen Jahren weit über die Region hinaus für Beachtung sorgt. Namhafte Küstler aus ganz Deutschland - Utz Brocksieper (2007), Max Schmelcher (2008), Herbert W.H. Hundrich (2009), Wieland Schmiedel (2010) und Benjamin Schubert (2011) - haben hier nicht nur ausgestellt, sondern mitunter vor den Augen der Besucher gearbeitet. Mit jeder Ausstellung erweitert sich der Bestand des Skulpturenparkes. Inzwischen sind hier mehr als 50 Kunstwerke auf klar strukturierten Flächen zu sehen. Dazu gehören die Installationen "Krieg und Frieden" und der Zyklus "Lauf des Lebens" als Ensemble magisch leuchtender Glasbetonfenster, die ihre ganze Wirkung im Sonnenlicht entfalten. Ebenso anspruchsvoll sind begleitende Ausstellungen in der Kunsthalle wie derzeit Schuberts "Corso der Lichtgestalten". Im Studiohaus sind kunstvolle Schwarz-Weiß-Fotografien von Jutta Schwöbel aus Hamburg zu sehen.

Erstmals bleibt der Skulpturenpark ganzjährig geöffnet und Pfingsten 2012 folgen zwei neue große Ausstellungen mit Arbeiten der Bildhauer Reinhard Buch, Rainer Fest und Jan Jastram, die alle aus Mecklenburg-Vorpommern stammen. "Unser Kulturprojekt wird erwachsen", verspricht Prof. Vogt. Die Maßstäbe, die bereits 2008 mit der Auszeichnung als "Ort der Ideen" gesetzt wurden, gelten.