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Übersicht „Ich gehöre wieder dazu“

Von Barbara Haak | 01.04.2008, 06:37 Uhr

Die Stadt gibt fünf Langzeitarbeitslosen einen Beschäftigungsplatz. Kommunal-Kombi macht es möglich.

Wittenberge - Manfred Bauer, Udo Degner, Karsten Trampnau, Hans-Ulrich Heiden und Marina Rahmsdorf sind die Neuen im Betriebshof. Gestern Vormittag haben die vier Männer und die Frau in ihrer Mitte ihr Revier für die nächsten drei Jahre kennen gelernt. „Das ganze Grün der Stadt gehört dazu, mit dem Friedhof. Da sind wir morgen und versetzen einen Zaun.“ Manfred Bauer, Udo Degner und Karsten Trampnau haben Mittagspause. Sie sitzen auf dem Hof in der Sonne, rauchen und erzählen von den ersten Stunden in ihrem neuen Leben.

Es ist ein Leben nach Arbeitslosigkeit und Hartz IV: Die fünf Wittenberger haben am Montag einen Arbeitsvertrag bei der Stadt unterschrieben. Bestehen sie die Probezeit, sind sie für drei Jahre bei der Kommunalverwaltung beschäftigt. „Es ist ein gutes, ein sehr gutes Gefühl sogar“, sagt Karsten Trampnau. „Ich gehöre wieder dazu“, sagt der Mann, der als Fachkraft bei der Hochbaumeisterei der Bahn beschäftigt war. Nie hätte er gedacht, „dass es für mich mal keine Arbeit mehr gibt“. „Und plötzlich wurde ich nicht mehr gebraucht. Ich war hier wohl einer der ersten Hartz IV-Bezieher“, blickt Karsten Trampnau zurück. Auch Marina Rahmdorf, sie hat „bis zum bitteren Ende in der Zellwolle gearbeitet“ und dann „mal hier und mal da etwas bekommen“, hätte nicht damit gerechnet, eines Tages auf das Arbeitslosengeld II angewiesen zu sein. Und Hans-Ulrich Heiden war überzeugt, „Gärtner werden immer gebraucht“. Das stimmt sicher, aber für ihn, der sogar Gärtnermeister ist, war eben kein Arbeitsplatz mehr da. Ebenso wie für den gelernten Fleischer in ihren Reihen. Arbeitslosigkeit fürchtete er nach der Wende nicht, denn „gegessen wird doch immer, habe ich mir gesagt“.

Nun haben die fünf Langzeitarbeitslosen dank Kombi-Lohn eine neue Chance. Für 30 Stunden in der Woche beschäftigt sie die Stadt, bis auf Hans-Ulrich Heiden nicht in ihren erlernten Berufen, aber mit dem Wissen, dass „die Mitarbeiter bereits in Maßnahmen bei uns beschäftigt waren und sich gut gemacht haben“, erläutert Hauptamtsleiterin Waltraud Neumann und setzt hinzu: „Selbstverständlich haben wir die fachliche Eignung geprüft.“ Die fünf neuen Mitarbeiter der Stadt haben sich ihre Chance auf eine Anstellung über Kommunal-Kombi selbst organisiert. „Das Arbeitsamt hatte damit nichts zu tun“, so Marina Rahmdorf.