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Schwerin Holter dreht den Schalter rum

Von urei | 30.08.2011, 10:26 Uhr

Aus der Not eine Tugend machen - das dachte sich gestern Abend die Linke, deren Spitzenkandidat für die Landtagswahl am Sonntag, Helmut Holter, nicht zum Rede-Duell des NDR mit den Kontrahenten von CDU und SPD eingeladen war.

Aus "fadenscheinigen Gründen", wie Linken-Landeschef Steffen Bockhahn findet. Stattdessen sendete Holter live im Internet, befragt von Gregor Gysi, dem Mitarbeiter die NDR-Fragen zuleiteten. Holter wollte sich so direkt in das Frage- und Antwortspiel von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) einschalten. Auch Zuschauer konnten übers Internet ihre Fragen an Holter stellen.

Kurz vor 21 Uhr haben sich dann auch schon der "Klaus aus Rostock", die "Sudehexe" und "brotundrosen" eingeloggt. Punkt 21 Uhr folgen dann Holter und Gysi. Das Spiel geht so: Gysi schießt sozial gefühlvolle Flanken, Holter staubt ab und Gysi hat die Talente-Show gewonnen. "Brauchen wir nicht auch einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor in MV?", fragt Gysi und der Spitzenkandidat antwortet: "Klar brauchen wir das". Ein solcher Sektor übrigens würde auch der rechtsextremen NPD mit den Boden entziehen. Mit der Linken in der Regierung wäre es auch "einer der ersten Schritte, eine Bundesratsinitiative zu einem sofortigen NPD-Verbot einzuleiten".

Neben dem Beschäftigungssektor fordert die Linke aber auch den Mindestlohn. Den, sagt Gysi, wolle die SPD zwar auch, vergesse aber dazuzusagen, dass SPD und Grüne als Bundesregierung seinerzeit für Billiglohnländer wie MV gesorgt hätten. Vorlage - Abstauber. Ja, meint Holter, "eine starke Linke führt die SPD dazu, dass die Mindestlohnforderung umgesetzt wird". Jetzt wieder Gysi: Sellering wolle doch auch wie die Linke, dass an den Schulen länger gemeinsam gelernt werde, die CDU jedoch verweigere sich da bekanntlich. Holter sieht das ganz genauso und meint auch, dass sich die SPD und der Ministerpräsident nun mal entscheiden müssten. "Er sagt nicht vor der Wahl, mit wem er koalieren will, und er sagt es deshalb nicht, weil er machtpolitisch orientiert ist."