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Gegen Angriffe in MV Höhere Förderung für Schutz vor Wolf früher als angekündigt

Von Iris Leithold | 16.12.2019, 15:26 Uhr

Die vollständige Förderung zusätzlicher Schutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe auf Nutztiere tritt bereits an diesem Dienstag in Kraft.

Die vollständige Förderung zusätzlicher Schutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe auf Nutztiere tritt bereits an diesem Dienstag in Kraft und damit zwei Wochen früher als von Agrarminister Till Backhaus (SPD) zunächst angekündigt. Die neue Förderrichtlinie Wolf sei am Montag veröffentlicht worden und gelte vom darauffolgenden Tag an, sagte Backhaus in Schwerin. Sie ermögliche eine 100-prozentige Förderung von Schutzmaßnahmen vor Wolfsangriffen, die über den Grundschutz hinausgehen. Als Zusatzmaßnahmen gelten zum Beispiel Zaunerhöhungen sowie die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden.

In diesem Jahr sind in Mecklenburg-Vorpommern bis Mitte Dezember bereits 42 erfolgreiche Wolfsangriffe auf Nutztiere gezählt worden, wie Backhaus sagte. Dabei wurden 151 Tiere getötet und 54 verletzt.

Häufig kein ausreichender Schutz

Im ganzen Jahr 2018 hatte es 23 Attacken mit 120 getöteten und 42 verletzten Tieren gegeben. Von den diesjährigen Riss-Fällen waren Backhaus zufolge alle Landkreise und die Stadt Rostock betroffen.

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In fast drei Viertel aller Fälle dieses Jahr (29 von 42) sei kein Grundschutz für die Tiere vorhanden gewesen oder er sei lückenhaft gewesen. Backhaus appellierte an alle Halter, ihre Tiere den Empfehlungen gemäß zu schützen. Danach sollen Zäune mindestens 90 bis 120 Zentimeter hoch sein. Der Abstand zum Boden muss weniger als 20 Zentimeter betragen. „Man kann es Wölfen schwer oder leicht machen“, sagte Backhaus.