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Übersicht Heute kommt neues Wetter-Chaos

Von Redaktion svz.de | 02.02.2010, 09:34 Uhr

Knietief eingesunkene Fußgänger, weiße Berge auf den Gehwegen, durchdrehende Autoräder: Die am Wochenende über Mecklenburg-Vorpommern niedergegangenen Schneemassen haben die Rostocker auch noch am Montag auf eine harte Geduldsprobe gestellt.

Im morgendlichen Berufsverkehr ging in der Hansestadt vielerorts gar nichts mehr. Fahrzeuge steckten fest, vor allem in den Seitenstraßen war häufig kein Durchkommen. Knapp drei Wochen nach Sturmtief „Daisy“ rief das Rathaus erneut einen Krisenstab zusammen. Im Brandschutz- und Rettungsamt wollten die Experten darüber beraten, wie das Verkehrschaos zu entschärfen ist.

Selbst die Polizei blieb in der größten Stadt des Landes hier und dort im 30 bis 40 Zentimeter tiefen Schnee stecken. „Wir mussten unsere Wagen immer wieder freischaufeln und uns den Weg von den Parkplätzen durch die Straßen bahnen“, berichtete eine Beamtin. Glücklicherweise habe es nur wenige Notfälle gegeben, auch die Zahl der Verkehrsunfälle habe sich in Grenzen gehalten. Die Räumdienste - von vielen Bürgern wegen zu später Einsätze kritisiert - hätten ihr Bestes getan, hieß es aus der Polizeidirektion. „Aber man hatte schon den Eindruck, dass einige Gegenden aufgegeben wurden.“

Der Städte- und Gemeindetag in Schwerin nahm die Winterdienste in Schutz. „Was wir hier haben, ist eine extreme Wetterlage. Das war von niemandem vorauszusehen“, meinte Arp Fittschen vom Kommunalverband. Auch verstärktes Salzstreuen hätte bei derart heftigem Schneefall nichts ausrichten können. „Das geht nur mit Wegschieben und -baggern. Unsere Bauhöfe sind auf solche Schneemassen nicht vorbereitet.“ Die Zahl der Räumfahrzeuge sei schlicht zu gering, um in einer Stadt wie Rostock alle Straßen zügig freizubekommen. „Da müssen wir die Bürger einfach um Verständnis bitten, dass es nicht so läuft.“

Für Dienstag sagte der Deutsche Wetterdienst abermals heftigen Schneefall und starken Wind voraus. Die Stadtverwaltung rief die Rostocker auf, auf unnötige Fahrten zu verzichten und „im unmittelbaren Wohnumfeld bei der Schneeräumung Hilfe zu leisten“.