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Reaktionen auf Streitbar Herr Hein, geht’s noch?

Von Redaktion svz.de | 26.03.2018, 20:20 Uhr

Autor Jan-Philipp Hein hat im Wochenend-Magazin mit seinem Beitrag „Hat Putin überreizt“ bei vielen Lesern Entrüstung ausgelöst.

Dieser überaus negative Artikel ist einer der unangenehmsten seit Langem. Dass Russland verunglimpft wird, kennt man ja schon lange. Verstehen kann man es nicht mehr.

Ist es der Neid auf dieses starke rohstoffreiche Land oder die Missgunst über die Beliebtheitswerte von Präsident Putin, von denen Politiker hierzulande nur träumen können? Die Beliebtheit des russischen Präsidenten hat unter anderem auch mit dem massiv gestiegenen Lebensstandard zu tun, das Pro-Kopf-Einkommen in Russland hat sich unter Putin verdreifacht und die Auslandsverschuldung ist um 75 Prozent gesunken.

Ohne Beweise wird Russland des Giftanschlags beschuldigt. Rechtsstaatsprinzipien wie die Unschuldsvermutung, wenn man keine Beweise hat, scheinen für Russland nicht zu gelten. Und Leute, die Beweise fordern als „nützliche Idioten und Naivlinge“ zu bezeichnen, ist schon dreist. Aber auch für andere Dinge, die Russland zur Last gelegt werden und in diesem Artikel aufgezählt werden, gibt es keine Beweise.

Die Rolle von Navalny wird total überhöht. Er spielt in Russland kaum eine Rolle und ist zudem vorbestraft. Auch Nemzows Rolle war unbedeutend.

Die Wortwahl „Putins Gewaltregime“ ist mehr als dreist. (…) Der Autor hat vermutlich eine tiefe Abneigung gegen Russland und Präsident Putin.

Diese Art der immer währenden negativen Berichterstattung über Russland wird wirklich langsam langweilig.

Annette Schmedemann, Schwerin


Kennen Sie den Unterschied zwischen Demagogen und Jan-Philipp Hein? Es ist gut, wenn in Ihrer Zeitung unterschiedliche Meinungen veröffentlicht werden. Wenn man aber die regelmäßigen Veröffentlichungen des o.g. Autors liest, dann kämpft man sich durch einen Sumpf von Hass. Dieser Mann versucht ja nicht mal ansatzweise, das Wort Objektivität in seine Beiträge zu bringen.
Unsere Gesellschaft wird immer weiter polarisiert, und das leider mit Hilfe der Presse. (…)

Axel Kamilli, Seehof


Herr Hein, geht’s noch? Da ist also der der bessere Außenminister, der draufhaut statt seiner Aufgabe entsprechend diplomatisch zu agieren?

Ich gehöre zu den nützlichen Idioten und Naivlingen, die hinterfragen und nicht Lügen oder Halbwahrheiten nachplappern. Es fällt auf, dass man immer dann sofort die Schuldigen kennt, wenn es die Russen, Chinesen o. a. sind. Nützlich ist der jüngste Vorwurf nicht den Russen, die die Fußballwelt erwarten, sondern allen Scharfmachern, die von sich ablenken und die Russen weiter einkreisen wollen. Die westlichen Geheimdienste sind jedenfalls immer die Guten. Versuchen Sie einmal all die nachweislichen Lügen aufzuzählen, die zu den verheerenden Kriegsgründen gegen Nordvietnam, Jugoslawien, Irak, Syrien u. a. führten.

Und erinnern Sie einmal daran, welche Staatsmänner in der Welt beseitigt wurden, die dem Westen nicht passten: 1953 Mossadegh im Iran, 1961 Lumumba im Kongo, 1973 Allende in Chile, 1978 Aldo Moro in Italien, 1981 Torrijos in Panama, 1983 Bishop in Grenada; nur bei Fidel Castro hat es nicht geklappt.

Wolfgang Kunze, Schwerin


Wer sich journalistisch und gegenüber Russland als westlicher Demokrat darstellt und dann Millionen Menschen in aller Welt deren Forderungen nach unabhängigen Beweisen und einer Unschuldsvermutung zum Giftgaseinsatz in Großbritannien abspricht, sie als „Idioten und Naivlinge“ bezeichnet, der glaubt wohl auch heute noch an die angeblichen Beweise der USA zu Chemiewaffen im Irak und die Unfehlbarkeit der Nato im Kosovokrieg oder die Rechtmäßigkeit unzähliger CIA-Aktionen in den arabischen Ländern. Die USA haben 1992 in Usbekistan derartige Kampfmittel auf Bitte dieses Landes entsorgt.

Ja, ich möchte Beweise. Die gibt es, entgegen der Darstellung dieses Herr Hein, bis heute nicht zum Flug MH 17 und am Ende steht regelmäßig die Frage, wem diese Aktionen nützen.

Andreas Kartzke-Peters, Schwerin


Es ist ja legitim, wenn der Autor Jan Phillip Hein seine Meinung vertritt, aber wenn das in der Zeitung gedruckt geschieht, dann sollte das sachlich ausgewogen und vor allem respektvoll gegenüber Andersdenkenden erfolgen.

Seine radikal russlandfeindliche Einstellung hat er ja schon öfter zum Ausdruck bringen dürfen. Ich verwahre mich aber entschieden dagegen, wenn Herr Hein Menschen als „Idioten und der Ideologie des Kremls verfallene“ bezeichnet, weil sie handfeste Beweise für die Schuld der russischen Regierung an dem Giftanschlag in Britannien fordern.

Hat er als kluger Journalist verdrängt, wie oft schon Zwischenfälle provoziert und Lügen erdacht wurden, um Handlungen und Reaktionen zu rechtfertigen? Die behaupteten Massenvernichtungswaffen im Irak führten zu einem fürchterlichen Krieg, der heute noch anhält.
Und das war US Präsident Bush und nicht Putin, Herr Hein.

Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin