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Abstiegskampf statt Fußball-Aufschwung Harte Landung der Ost-Clubs

Von dpa/sid | 07.09.2011, 12:07 Uhr

Von den fünf Fußball-Zweitligisten aus den neuen Ländern darf nur Cottbus durchatmen. Hansa Rostock, Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue und Union Berlin blieben hinter den Erwartungen zurück.

Abstiegskampf statt Fußball-Aufschwung Ost: Bereits nach sechs Spieltagen in der 2. Bundesliga ist die Euphorie bei den Ostclubs verflogen. Hatte man zwischen Kap Arkona und Fichtelberg nach dem Aufstieg von Hansa Rostock und Dynamo Dresden prophezeit, dass nun endlich auch der Osten im Profigeschäft angekommen ist, gibt es nun lange Gesichter. Denn weder die beiden Neuen noch der FC Erzgebirge Aue als das Überraschungsteam 2010/11 oder der 1. FC Union Berlin konnten bisher die Erwartungen erfüllen. Lediglich Energie Cottbus (4. Platz/13 Punkte) kann beim Blick auf die Tabelle locker bleiben.

Dabei hatten vornehmlich die beiden Aufsteiger nur den Klassenerhalt auf ihre Fahnen geschrieben. Dynamo Dresden (15./4), ohnehin durch die Relegation gegen den VfL Osnabrück mit erheblichem Planungsrückstand, hat erst mit dem Ende der Transferperiode einen zweitligatauglichen Kader zusammen. Jetzt muss daraus ein homogenes Team geformt werden.

Unzufrieden ist man beim noch sieglosen FC Hansa (16./4) nur mit den erreichten Zählern. "Wir sind in dieser Liga angekommen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mithalten kann", sagte Manager Stefan Beinlich. "Uns fehlt im Moment noch die letzte Lösung vor dem Tor", fügte Trainer Peter Vollmann hinzu, der besonders Marek Mintal vermisst. Das "Phantom" ist mit einer Adduktorenverletzung seit Anfang August außer Gefecht.

Trainer Rico Schmitt hatte schon lange davor gewarnt, Aue (11./6) auf einen Aufstiegsfavoriten-Schild zu heben. "Die zweite Saison wird sehr schwer", hatte der Fußball-Lehrer angesichts der immer schwächer werdenden Leistungen seines Teams prophezeit und sieht sich nun bestätigt. Die Erzgebirgler sind zu leicht ausrechenbar und vor des Gegners Tor praktisch nicht vorhanden. Das belegen magere zwei Tore in sechs Spielen. Doch bei den Remis in Braunschweig und gegen Cottbus gab es positive Ansätze. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Schmitt.

Noch nie war Union (9./7) mit derart anspruchsvollem Ziel in eine Zweitliga-Saison gestartet. Coach Uwe Neuhaus hatte einen einstelligen Tabellenplatz als Vorgabe für die dritte Serie im Unterhaus nacheinander ausgegeben. Doch die "Eisernen" haben ein großes Problem: Es gibt keine Stabilität, in Drucksituationen wie beim 0:4 in Dresden bricht schnell alles auseinander. Neuhaus ist aber ehrgeizig. "Mittel- bis langfristig" sei es durchaus möglich, dass er den Club sogar in die Bundesliga bringt.

Davon muss man bei Energie Cottbus nicht träumen. Trainer "Pele" Wollitz hat ein Team beisammen, das in der Lage scheint, ins Oberhaus zu klettern. "Wir wollen die da oben ein wenig ärgern", meinte der Coach, der mit 31 Spielern einen stolzen Kader und damit reichlich Optionen hat. Es scheint so, als wenn Energie der einzige Verein in dieser Spielzeit sein wird, der die Fußball-Euphorie im Osten am Leben hält.

Hansa und Duisburg müssen Strafe zahlen

Unterdessen werden der MSV Duisburg und der FC Hansa vom DFB-Sportgericht zur Kasse gebeten. Beide müssen jeweils 4000 Euro Strafe zahlen. Im Duisburger Fall ahndete das Gericht einen Bierbecher- und einen Knallkörperwurf während des Pokalspiels bei Drittligist SV Babelsberg (2:0).

Rostock muss für seine Fans geradestehen, weil diese am 24. Juli im Ostduell bei Dynamo Dresden (1:1) Pyrotechnik einsetzten.