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Nach gut 30 Jahren trennen sich die beliebten US-Musiker Harmonischer Schlussakkord bei R.E.M.

Von dpa | 22.09.2011, 07:33 Uhr

Nach dreißigjähriger Erfolgsgeschichte geht die amerikanische Rockband R.E.M. getrennte Wege. Am Mittwochabend gab das Trio um Sänger Michael Stipe auf seiner Webseite die Auflösung bekannt.

Nach dreißigjähriger Erfolgsgeschichte geht die amerikanische Rockband R.E.M. getrennte Wege. Am Mittwochabend gab das Trio um Sänger Michael Stipe auf seiner Webseite die Auflösung bekannt - "mit einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit, von Endgültigkeit und mit Erstaunen über all das, was wir erreicht haben", wie es hieß. R.E.M. war eine bei Fans und Kritikern gleichermaßen beliebte Band: Nach Angaben des SWR3-Poplexikons verkaufte sie rund 70 Millionen Platten und wurde unter anderem mit drei Grammys ausgezeichnet, einige ihrer Alben standen in den Bestenlisten der 80er- und 90er-Jahre weit oben.

In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: "Es gibt hier keine Disharmonie, keinen Streit und keine gegeneinander antretenden Anwälte." Neben Stipe (51) gehörten bis zuletzt Gitarrist Peter Buck (54) und Bassist Mike Mills (52) zur Band, bis 1997 auch Schlagzeuger Bill Berry (53), der danach durch Tour- und Studio-Drummer ersetzt wurde.

Die 1980 gegründete Band aus dem US-Bundesstaat Georgia wurde nach bescheidenen Anfängen zunächst durch Alternative-Rock-Songs wie "Orange Crush" oder "The One I Love" in den Staaten und Großbritannien populär. Mit dem Super-Hit "Losing My Religion" (1991) und dem nur ein Jahr später folgenden Album "Automatic For The People" gelang weltweit der Durchbruch. Balladen wie "Everybody Hurts", "Man On The Moon" oder "Find The River" entwickelten sich zu Pop-Klassikern.

Stilistisch war R.E.M. nie ganz einzuordnen: Die Aggressivität des Punk, rau-melodischer Gitarrenrock, Folkmusik wie von The Byrds und grandioser Pop im Stil der Beatles oder Beach Boys flossen in ihre Songs ein. 2007 wurde die Band in die Rock ’n’ Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Musiker hätten sich stets wie Brüder geliebt und respektiert, teilte Bassist Mills mit. Es sei "einfach der richtige Zeitpunkt" für ein Ende von R.E.M. gewesen. Im November soll nun noch eine karriereübergreifende Greatest-Hits-Sammlung erscheinen.