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Ex-Bundesminister vor Gericht Günther Krause droht jetzt eine Haftstrafe

Von Redaktion svz.de | 25.03.2018, 20:00 Uhr

Ex-Bundesminister Krause muss erneut wegen betrügerischen Bankrotts vor Gericht

Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause steht am Montag erneut vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen in ihrer Anklage beim Amtsgericht Potsdam Insolvenzverschleppung, Bankrott und Vorenthalten von Arbeitsentgelt vor. In dem Prozess geht es um die Pleite einer Unternehmensberatung von Krause, die 2016 in die Insolvenz gegangen war.

Da Krause wegen derselben Delikte bereits vor Jahren eine Bewährungsstrafe kassiert hatte, droht dem 64-Jährigen nun eine Haftstrafe. Krause war 2009 nach dem Zusammenbruch seiner Firma Aufbau Invest wegen Betrugs, Insolvenzverschleppung und Bankrotts zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Aktuell kommt neben dem Vorwurf des Bankrotts noch ein weiterer Betrugsvorwurf hinzu. Bis morgen muss Krause auch den Kaufpreis für sein Wohnhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte in Höhe von 459 000 Euro bezahlen – diesen ist er schon seit einem Jahr schuldig. Ansonsten müssen er und seine Ehefrau bis zum 10. April aus der Villa mit Schwimmbad und Sauna ausziehen. Bis Freitag war noch keine Zahlung eingegangen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts.

Zu der neuerlichen Insolvenz hatte Krause erklärt, ihm sei damals wegen des Russland-Embargos ein Großauftrag weggebrochen. Nach seinen Angaben summierten sich die Verbindlichkeiten der Firma auf rund 820  000 Euro. Aus seiner Sicht stünde aber durch den Verkauf einer Immobilie und eines Aktienpakets genügend Kapital zur Deckung der Forderungen zur Verfügung . Doch nach Angaben des Gerichts hatte Krause nie selbst einen Antrag auf Insolvenz für seine Firma Information-Beratung-Projektentwicklung GmbH (IBP) gestellt. Diese musste von den Gläubigern beantragt werden. Daraufhin hatte das Amtsgericht das Insolvenzverfahren im Juni 2016 eröffnet. Die Anklage wirft Krause zudem Untreue in 43 Fällen vor, weil er Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung nicht gezahlt haben soll.

Krause hatte als Verhandlungsführer der DDR nach der Wende den Einheitsvertrag mit ausgehandelt . Später wurde er als CDU-Politiker zunächst Bundesminister für besondere Aufgaben und dann Bundesverkehrsminister – 1993 musste er dieses Amt wegen diverser Affären aufgeben.

Klaus Peters