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Groß Krams: Proteste gegen Windenergie<br></br> Groß Krams: Kampf um den Windpark

Von Dieter Hirschmann | 02.09.2011, 12:02 Uhr

Es war der Abend der Befürworter des Windparkes. Am Mittwoch brachten sich Einwohner vor dem Gemeindehaus in Groß Krams mit Transparenten in Position.

Es war der Abend der Befürworter des Windparkes. Am Mittwoch brachten sich Einwohner vor dem Gemeindehaus in Groß Krams mit Transparenten "Für Windpark Groß Krams" und "Jedes Windrad stärkt die Hoffnung auf eine saubere Zukunft" in Position. So begrüßten sie Landrat Rolf Christiansen, der gleichzeitig Vorsteher des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg ist. Der Landrat war der Einladung des Bürgermeisters Rudolf Gotham in die Gemeinde gefolgt. Die Gemeindevertreter wollten sich mit ihm insbesondere über seinen Widerspruch auseinander setzen, den er nach der letzten Entscheidung des Planungsverbandes für den Windpark in Groß Krams als Verbandsvorsteher eingelegt hatte.

In einer Zusammenfassung aller bisherigen Ereignisse ging der Bürgermeister auf die entstandene Situation um den Windpark ein, für den sich die Gemeindevertretung mehrheitlich entschieden hatte. In einem offenen Brief an Rolf Christiansen, der ebenso Gegenstand der abendlichen Beratung war, verweist der Bürgermeister darauf, dass die ablehnende Haltung von Christi ansen gegen den Windpark auch dem permanenten Widerstand der Gemeinde Redefin und der Bürgerini tiative "Gegenwind" geschuldet sei. Auch darauf wollten die Gemeindevertreter eine Antwort.

"Uns wird ständig gesagt, wir sollen nach Möglichkeiten suchen, in erneuerbare Energien zu investieren, damit wir als Gemeinde zusätzliche Einnahmen haben", betonte Rudolf Gotham. Gewerbesteuer- und Pachteinnahmen in erheblichem Umfang könnten in die Gemeindekasse fließen, wenn der Windpark kommen würde. Selbst das Amt Hagenow-Land, das nach den Worten von Gotham die Gemeinde in der Frage des Windparkes zu wenig unterstütze, wolle von diesen Einnahmen profitieren.

Den Vorwurf, er sei gegen den Windpark, ließ Christiansen so in der Runde nicht stehen. Es gebe in der Region so genannte Konfliktpotentiale, die nach seinen Worten weiter näher zu prüfen seien. Und weil es sich um ein rechtsförmliches Verfahren handelt, so Christiansen, könne aus seiner Sicht auch kein Formfehler zugelassen werden. "Daraufhin habe ich gegen den Beschluss unserer Verbandsversammlung vom 20. Juli Widerspruch eingelegt", sagte er, weil "ich für ein ordnungsgemäßes Verfahren sorgen will." Diese Entscheidung habe nichts mit dem Widerstand aus Redefin oder von der Bürgerinitiative zu tun, betonte er in diesem Zusammenhang.

Das Thema Groß Krams und der eingelegte Widerspruch soll auf der nächsten Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes im Dezember wieder auf der Tagesordnung stehen.

Während die Gemeindevertretung mehrheitlich weiter für den Windpark kämpft, formiert sich nun Widerstand aus dem eigenen Dorf, von "besorgten Bürger", wie es heißt. Sie haben einen offenen Brief an das schwarze Brett der Gemeinde geheftet, der auch SVZ vorliegt, in dem der Gemeindevertretung vorgeworfen wird, dass sie sich in der Frage des Windparkes nicht für die Anliegen der Mehrheit der Einwohner einzusetzen. Groß Krams ist in diesen Tagen vor der Wahl in Sachen Windkraft mehr denn je gespalten.

Eine Entscheidung für oder gegen den Windpark wird es, wenn überhaupt, erst in Monaten geben, wenn sich der neue Regionale Planungsverband mit seinen neuen Mitgliedern diesem alten Themen widmen wird. Doch die Gemeindevertretung kämpft weiter für den Park.