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Verstoß gegen Quarantäneauflagen Leichenfund in wegen Coronafällen abgeriegeltem Hochhauskomplex

Von dpa | 28.04.2020, 09:50 Uhr

Weil sich Corona-Infizierte nicht an Auflagen gehalten hatten, wurde in Grevenbroich wurde ein Corona-Massentest nötig.

In dem nach Coronafällen abgeriegelten Hochhaus-Komplex in Grevenbroich ist eine Leiche gefunden worden. In der Wohnung eines 58-Jährigen, der seit längerer Zeit nicht mehr gesehen worden sein soll, sei am Montagnachmittag ein Toter entdeckt worden, teilte die Polizei am Abend auf Anfrage mit. Die Beamten gingen davon aus, dass es sich bei dem Toten um den Bewohner der Wohnung handelt. Zur Todesursache liefen die Ermittlungen noch.

Nachbarn verständigen Rettungskräfte

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung ging ein Notruf ein. Nachbarn machten sich offensichtlich Sorgen um den Mann, der hinter seiner Tür nicht reagiert habe. Mitarbeiter des Rettungsdienstes seien in die Wohnung gegangen und hätten den Toten gefunden. Ob der Mann mit dem Coronavirus infiziert war, war zunächst nicht bekannt.

Weil sich zwei mit dem Coronavirus infizierte Familien nicht an die angeordnete Quarantäne gehalten hatten, hatte das Gesundheitsamt in Grevenbroich den Hochhauskomplex mit 117 Wohnungen abgeriegelt. Alle 450 Bewohner sollten am Sonntag vorsichtshalber auf das Virus getestet werden – ein Großteil folgte dem Aufruf. Am Dienstag kam das Ergebnis: Fünf Bewohner des abgeriegelten Hochhauskomplexes sind mit dem Coronavirus infiziert. Alle anderen Ergebnisse der insgesamt 377 getesteten Bewohner seien negativ, teilte der Rhein-Kreis Neuss mit.

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Das Gelände um die drei zusammenhängenden Häuser ist eingezäunt. Vier Sicherheitsleute passen in der zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach gelegenen Stadt auf, dass keine Menschen auf das Gelände des Gebäudekomplexes kommen und niemand es verlässt.