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MV für Kassen nicht attraktiv genug Gesundheitskarte kommt - Wir bleiben außen vor

Von Karin Koslik | 26.09.2011, 08:25 Uhr

Elektronische Gesundheitskarte statt Patientenakte auf Papier: Nach achtjähriger Vorbereitung soll es im Oktober losgehen. Doch gesetzlich Krankenversicherte in Mecklenburg-Vorpommern bleiben außen vor.

Elektronische Gesundheitskarte statt Patientenakte auf Papier: Nach achtjähriger Vorbereitung soll es im Oktober losgehen. Doch gesetzlich Krankenversicherte in Mecklenburg-Vorpommern bleiben außen vor. "Wir geben die neuen Versichertenkarten zuerst nur in Berlin aus", erklärt Gabriele Rähse, Sprecherin der AOK Nordost, bei der die meisten Menschen im Land versichert sind. Dies sei keine Abwertung. Andere Projekte würde die Kasse in MV und Brandenburg beginnen. In diesem Fall aber spiele eine Rolle, dass es in der Hauptstadt ein dichteres Netz an Foto-Shops gäbe, auch die Internet-Affinität sei in Berlin größer. Beides sei wichtig, weil Versicherte für die neue Karte ein Foto einreichen oder ins Internet hochladen müssten.

Auf den Punkt bringt es der Sprecher des Ersatzkassenverbandes in MV, Dr. Bernd Grübler: "Es müssen im ersten Schritt bis zum Jahresende ja nur 10 Prozent der Versicherten mit der elektronischen Gesundheitskarte ausgestattet werden - und das ist in bevölkerungsreichen Regionen einfacher zu bewerkstelligen." Lediglich die Techniker Krankenkasse habe signalisiert, dass sie Versicherten aus dem Nordosten auf Anfrage schon jetzt eine elektronische Gesundheitskarte zur Verfügung stellen würde. Fraglich, so Grübler, sei allerdings, ob sie ihre Karte dann auch einsetzen könnten: "In MV sind zurzeit erst 60 Prozent der Ärzte, Apotheken und Kliniken mit neuen Lesegeräten ausgestattet." Erst Ende 2013 müssen laut Gesetzgeber alle Versicherten und alle Leistungserbringer mit der neuen Technik ausgerüstet sein. "Das ist auch eine Frage der Herstellerkapazitäten", betont Ga briele Rähse. Die AOK-Nordost habe dennoch für den Kartentausch ihrer Mitglieder das Ende des ersten Quartals 2013 als spätesten Termin festgelegt.

Erwartungen an die Karte sollte aber selbst dann niemand zu hoch schrauben: "Momentan sind darauf die gleichen Daten gespeichert wie auf den bisherigen Versichertenkarten. Novum ist lediglich das Foto", bedauert die AOK-Sprecherin. "Weitere Anwendungen sollen erst 2014 folgen.